Weiterbildungscurriculum für Säuglings-, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie

NÄCHSTER INFO-ABEND zum Curriculum für Säuglings-Kinder- und Jugendlichentherapie (SKJ) der ÖAS:
Mittwoch, 30.09.2021 / 20 Uhr
ONLINE via Zoom

Referent*innen: Mag.a Nathalie Genser, Mag.a Zeliha Özlü-Erkilic, Mag.a Alexandra Sartori

zoom-link folgt!

 

  • EINSTIEG UND ANMELDUNG JEDERZEIT MÖGLICH !

  • SELBSTSTUDIUM - INDIVIDUELLE GESTALTUNG !

  • ZEIT- UND ORTSUNGEBUNDEN !

Zielsetzung

Das Curriculum soll Teilnehmer*innen berechtigen, die Bezeichnung „Weiterbildung in Säuglings-, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie entsprechend der Weiterbildungsbestimmungen des BMG“ zu führen sowie in die Liste der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie der ÖAS eingetragen zu werden. (Die Liste ist mit der Website des BMG verlinkt)

Es soll die Teilnehmer*innen dazu befähigen, bei klinisch relevanten Störungen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter
•    ein für die psychotherapeutische Vorgangsweise angemessenes Fallverständnis zu entwickeln,
•    die eigene Behandlungskompetenz und Grenzen der Zuständigkeit einschätzen zu können
•    vernetzt mit anderen Professionist*innen zusammenzuarbeiten
•    entsprechende Ressourcen im Sinne einer positiven Weiterentwicklung zu aktivieren.

Dies erfolgt unter Berücksichtigung der Verschwiegenheit, rechtlichen Zuständigkeiten, Kinderrechten und Kinderschutzbestimmungen.

 

Zielgruppe

  • in die Liste des BMG eingetragene Psychotherapeut*innen
  • Psychotherapeut*innen in Ausbildung unter Supervision
    Seminare sind nicht für die SKJ-Weiterbildung anrechenbar! Siehe dazu: Fort- und Weiterbildungsrichtlinie für Psychotherapie des Bundesministeriums
  • andere Berufsgruppen (Klin. Psycholog*innen, Pädagog*innen, Sozialarbeiter*innen, Sozialpädagog*innen, Mediziner*innen, Pflege- und Gesundheitspersonal,...)
    (als Weiterbildung anrechenbar - kein Eintrag in die SKJ-Liste möglich!)


Zugang - Voraussetzungen

  • kinder- und jugendpsychiatrische Störungsbilder sind angemessen bekannt

  • Erprobung und Vertiefung der gelernten Inhalte in der Praxis möglich


Warum online?

  • Start jederzeit möglich

  • E-learning

  • zeit- und ortsungebundenes Lernen

  • geringere Kosten durch Wegfall von Anreise, Übernachtung,..

  • individuelle Gestaltung des Studiums und der Prüfungstermine


Struktur der online-Weiterbildung

Das Weiterbildungscurriculum ist in 2 Modulblöcke (A und B) unterteilt, die online angeboten werden:

Modulblock A ist der Grundlagenbereich, der für Psychotherapeut*innen anderer, d.h. nichtsystemischer fachspezifischer Ausbildungen als Einführung gedacht ist und die entsprechenden systemischen Grundkompetenzen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vermitteln soll.

Im Modulblock B werden in frei wählbaren Modulen unterschiedliche Spezialbereiche der SKJ-Zielgruppe behandelt.

Supervision

  • insgesamt 50h begleitende Supervision erforderlich

  • Gruppensupervision maximal 6 Personen

  • Termininfo auf der Online-Schulungsplattform


Anmeldung

1. Bitte senden Sie das ausgefüllte ÖAS-SKJ-Anmeldeformular - siehe download - an die ÖAS Wien. Empfehlenswert ist eine etappenweise Buchung der Module (Teilzahlungsmöglichkeit!). 

2. Daraufhin erhalten Sie eine entsprechende Rechnung. Nach Eingang auf dem ÖAS-Konto werden Sie für die entsprechenden "Modul-Räume" frei geschalten.  

3. Dort entnehmen Sie bitte die entsprechenden Seminarunterlagen und Evaluationsaufgaben der Lehrenden.

Anmeldeformular hier als beschreibbarer DOWNLOAD!

 

Kosten

Die Kosten gestalten sich folgendermaßen:

  1. Verwaltungsgebühren:    250 € (einmalig)
    Sollten Sie länger als 2 Jahre für die Weiterbildung brauchen, wird Ihnen ab dem 3. Jahr jährlich eine Bearbeitungsgebühr von 100 € verrechnet.

  2. Theorie-Module A & B:   130 €  pro 10h-Modul für ÖAS Mitglieder
                                            150 € pro 10h-Modul für Nicht-Mitglieder

  3. Supervision:                    20 € pro Supervisionseinheit, Block á 5 Einheiten 100 € (diesen Betrag verrechnet der/die Supervisor*in direkt mit Ihnen)

Da sich das Curriculum als Modulsystem versteht, werden Teilnehmer*innen nur jene Seminare und Supervisionen besuchen, die ihnen fehlen und die sie auswählen.

 

Seminare

Modulblock A AE Lehrende
A2 Therapeutische Beziehung im Einzel- und Mehrpersonensetting mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen 10h Ahlers
A4 Systemische Entwicklungstheorie - handlungsorientiert 10h Saval
A5 Rechtliche Rahmenbedingungen und ethische Aspekte und ihre Auswirkung auf das therapeutische Setting und die Interventionen in der systemisch-psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen 10h Höher
A8 Methodische Schwerpunkte der psychotherapeutischjen Arbeit im Familiensystem mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen - Lösungsorientierte Therapie
10h Koch

Modulblock B
AE
Lehrende

B1

Online verbunden - Wirkungsvolle Setting-Gestaltung und kreative Methoden in der Onlineberatung mit Kindern und Jugendlichen10h Zimmermann
B2 ADHS - Herausforderung und Chance 10h Auer
B3 Praktische Entwicklungspsychologie: Bedürfnisse von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen verstehen 10h Psenner
B4 Ein guter Start ins Leben! Unterstützung rund um Schwierigkeiten und Probleme in den ersten Lebensjahren 10h Wellek
B5 Trennung und Neubildung von Familien aus Sicht der Kinder und Jugendlichen 10h Ernst
B6 Trennung und Neubildung von Fortsetzungsfamilien aus Sicht der Eltern und neuen Partner 10h Ahlers
B7 Chronisch kranke Kinder u. Jugendliche und ihre Familie im Kontext somatisch medizinischer Krankenbehandlung
10h Jalowetz
B8 Therapie mit Säuglingen, Kindern, Jugendlichen und deren Eltern im Zwangskontext der Jugendhilfe
10h Steiner
B9 Kinder und Jugendliche, die auch psychiatrische Hilfe benötigen
10h Möstl
B10 Kinder psychisch kranker Eltern
10h Eder
B11 Systemische Zugänge in der Therapie bei Anorexie und Bulimie bei Kindern und Jugendlichen
10h Wiener-Schneider
B12 Verhaltensprobleme in der Schule
10h Sartori
B13 Die therapeutische Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen in Pflege- und Adoptivfamilien
10h Feichtinger
B14 Transkulturelle Faktoren in der psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund10h Özlü-Erkilic
B15 Kinder und Jugendliche mit (Lern-)Beeinträchtigungen in systemischer Familientherapie 10h Genser

B16

Das Internet als soziales System für Kinder, Jugendliche und deren Familien

10h

Rosenauer

B17 Diagnostik von Säuglingen und Kleinkindern 10h Koschier
B18 Therapie der Angststörungen von Kindern und Jugendlichen 10h Rotthaus
B19 Das Spiel und die narrative Therapie in der Arbeit mit Kindern 10h Ullmann
B20 Begegnungen auf Augenhöhe. Methoden und Techniken in der Arbeit mit Kindern. 10h Psenner
B21 Sexualität und sexualisierte Gewalt 10h Feichtinger
B22 Sichtweisen und Zugänge für "Systemsprenger" und deren Umfeld 10h Gutmann
B23 Systemisch-therapeutische Überlegungen zu selbstverletzendem Verhalten und Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen 10h Meister
B24 Psychotherapie von Säuglingen und Kleinkindern 10h Koschier

Ablauf des Curriculums

Die Arbeitsaufträge werden im Willkommensbrief genau dargestellt. Bei Unklarheiten ist die direkte Kontaktaufnahme mit der/dem jeweiligen Lehrenden empfohlen.

Wenn Sie die im Modul-Raum gestellten Aufgaben erfüllt haben, können Sie sich auf der online-Schulungsplattform über einen 1:1 Raum mit dem/der Lehrenden bzw. per Email in Verbindung setzen und ein online-Evaluierungsgespräch vereinbaren.

In einigen Modulen werden Sie gebeten, als Teil der Evaluation , einen schriftlichen Beitrag zur Praxisreflexion zu verfassen. Der schriftliche Beitrag kann beim Prüfungsgespräch als Einstieg genutzt werden.

Nach Absolvierung und Nachweis folgender Einheiten kann ein Weiterbildungszertifikat seitens der ÖAS ausgestellt werden und die Eintragung in die Liste für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie  der ÖAS erfolgen:

  • 150 Stunden Theorie
  • 50 Stunden Supervision
  • 200 Stunden psychotherapeutische Tätigkeit mit Kindern und Jugendlichen


Rücktritt von der Weiterbildung

Nach Freischaltung der Module auf der online-Schulungsplattform ist ein Rücktritt vom Weiterbildungscurriculum nicht mehr möglich.


CISCO WEBEX TEAMS

... ist ein dialogisches Kommunikationsnetzwerk, einfach in der Anwendung (ähnlich WhatsApp oder Facebook) und in unterschiedlichen virtuellen Räumen organisiert

... jedes Modul ist ein eigener Raum, in dem die jeweiligen Unterlagen zur Bearbeitung gespeichert sind und zu dem die Teilnehmer*innen Zugang erhalten

... mit den Referent*innen und anderen Teilnehmer*innen kann per virtuellem Klassenzimmer schriftlich und/oder Video kommuniziert werden

... die Cisco Webex Teams-App kann auf alle elektronischen Endgeräte (Computer, Laptop, Tablet und Handy) heruntergeladen und mit der gleichen E-mail-Adresse + Kennwort benutzt werden -> Sie haben überall Zugriff auf Ihre Modul-Räume!

Referent*innen

Inhalte der SKJ-Weiterbildung

Modul A2 - Therapeutische Beziehung im Einzel- und Mehrpersonensetting mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen
Systemische Familientherapie schafft den Weg aus der therapeutischen Dyade hin zur therapeutischen Arbeit mit mehreren Personen gleichzeitig, und zwar solchen, die in einem emotional verbundenen Bezugssystem stehen. Besondere emotionale und kommunikative Beziehungsfertigkeiten sind notwendig, um im Mehrpersonensystem konstruktiv wirken zu können. Das soll in diesem Modul vermittelt werden, das vor allem jene von Euch ansprechen möchte, die noch wenig Erfahrung mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen in ihrem Bezugsnetz haben. Die verträgliche und lösungsbezogene therapeutische Beziehung zu den einzelnen Mitgliedern des Systems wird erörtert und mit Literatur belegt. Gleichzeitig werden situations- und themenspezifische Settings fallbezogen reflektiert.

Modul A4 - Systemische Entwicklungstheorie - Handlungsorientiert
Das Spannungsfeld zwischen psychischem und sozialem System ist ein Kernkonzept der systembezogenen und familienorientierten Säuglings-, Kinder- und Jugendpsychotherapie (Luhmann 1997). Es erfordert eine Diskussion über den Mainstream in der Erziehung und über die diesbezüglich dominanten bzw. marginalisierten Diskurse in der globalisierten Gesellschaft. Speziell sollen Entwicklungsmöglichkeiten in konkreten sozialen Kontexten  (Familie, WG, Arbeit, Klinik, Schule etc.), diesbezügliche Interventionen (an wen, von wem, und wie, was ist möglich und wo muss man sich abgrenzen?) und die Möglichkeiten einer unauffälligen („gesunden“) Entwicklung im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter erarbeitet werden (Saval, 2014, Saval 2015).

Modul A5 - Rechtliche Rahmenbedingungen und ethische Aspekte und ihre Auswirkung auf das therapeutische Setting und die Interventionen in der systemisch-psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
Das Modul soll einerseits Kenntnisse über die berufsethischen und rechtlichen Rahmenbedingungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vermitteln und anderseits praxisorientiert die Verzahnung von Recht, Psychotherapie und Ethik beleuchten und in kasuistischer Form die  Auswirkungen und Konsequenzen auf die Behandlung bei Kindern und Jugendlichen diskutieren.

Modul A8 - Methodische Schwerpunkte der systemischen Arbeit im Familiensystem mit Kinder und Jugendlichen - Lösungsorientierte Therapie
In diesem Seminar wird durch die sich selbsterklärende PowerPointPräsentation zum Thema, ein Überblick über Handlungsmöglichkeiten für die Problemauflösung im Bereich Kinder- und Jugendlichentherapie gegeben. Ob im Einpersonen- oder Mehrpersonensetting, Ihre Kompetenz soll erweitert werden.
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Modul B1 - Online verbunden - Wirkungsvolle Setting-Gestaltung und kreative Methoden in der Onlineberatung mit Kindern und Jugendlichen
Welche ansprechenden Methoden lassen sich auch online gemeinsam für unsere jungen Klient*innen individuell entwickeln? Wo sind die Grenzen in der Onlinearbeit mit Kindern und Jugendlichen? Wie gelingt es mir als systemische Psychotherapeutin Beziehungsqualität, Kreativität und Professionalität ganz selbstverständlich in meine Onlinearbeit zu bringen?
Spätestens seit der Covid-Krise sind wir als Psychotherapeut*innen auch online verbunden mit unseren Klient*innen. Gerade für Kinder und Jugendliche war bzw. ist diese Zeit eine große Herausforderung, die nachwirkt. Die Anzahl der psychischen Erkrankungen gerade bei Kindern und Jugendlichen ist gerade im Jahr 2020 enorm gestiegen. Der Schwerpunkt dieses Moduls liegt auf der wirkungsvollen und kreativen systemischen Setting-Gestaltung bei der systemischen Onlineberatung mit Kindern und Jugendlichen, die begeistert und nachhaltig wirksam sein soll.  Die Beziehungsgestaltung mit jungen Klient*innen und deren Angehörigen über Videotelefonie sowie die Möglichkeiten des interaktiven Austausches werden im Hinblick verschiedener systemischer Ansätze und Methoden in diesem Modul breit diskutiert und reflektiert. 

Modul B2 - ADHS – Herausforderung und Chance
Mit einer Prävalenz von 3-5 % zählt ADHS zu einer der häufigsten Störungen des Kindheit- und Jugendalters. Über die Lebensspanne zeigt sich, dass sich nur bei etwa einem Drittel der Betroffenen die Symptome „auswachsen“. Kinder und Jugendliche mit ADHS und deren Familien zeigen sich häufig sehr belastet, die betroffenen Kinder in der Entfaltung ihrer individuellen Potenziale gebremst. Eltern fühlen sich im Umgang mit ihren Kindern oft ratlos, die Eltern-Kind-Beziehung wird zunehmend schwieriger.
Dieses Modul befasst sich mit der Vermittlung von Störungsbildwissen, sowie häufigen Komorbiditäten von ADHS. Ebenso wird die systemische Therapie mit Kindern und Jugendlichen nähergebracht, die das System, in welchem die Kinder und Jugendlichen leben und agieren, mitdenkt und therapeutisch unterstützt. Die Familien sollen ermutigt werden, bereits vorhandene Kompetenzen wieder zu nutzen und die Selbstwirksamkeit zu stärken.
Weiters soll darüber diskutiert werden, wann das Störungsbild von Nutzen ist und wann es auch dekonstruiert werden soll/darf.

Modul B3 - Praktische Entwicklungspsychologie: Bedürfnisse von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen verstehen
Therapeutische Interventionen werden bei Kindern dem Entwicklungsalter angepasst. Ziel des Seminars ist es, die kindlichen Bedürfnisse, Gefühle, Ängste und Wünsche besser zu verstehen. Es werden verschiedene Bedürfnistheorien vorgestellt und zur psychotherapeutischen Arbeit in Beziehung gesetzt. Praktische Anregungen aus der Praxis sollen das Verständnis für die kindlichen Bedürfnisse stärken und Orientierung für das praktische Arbeiten geben.

Modul B4 - Ein guter Start ins Leben! Unterstützung rund um Schwierigkeiten und Probleme in den ersten Lebensjahren
Grundlagen des Seminars sind entwicklungspsychologische Forschung zur frühen Kindheit.
Neben den so genannten Entwicklungsmeilensteinen werden aber auch bindungstheoretische Inhalte und das Regulations- und Belastungsverhalten von Säuglingen behandelt.
Ziel ist es, junge oder psychisch kranke Eltern beim Aufbau einer positiven und entwicklungsfördernden Beziehung zu ihrem Kind zu unterstützen, damit die Entwicklungsherausforderungen, die mit der Geburt eines Kindes entstehen, besser bewältigbar sind.

Modul B5 - Trennung und Neubildung von Familien aus Sicht der Kinder und Jugendlichen
Der drohende oder tatsächliche Zerfall eines Familiensystems bedeutet für alle Beteiligten, insbesondere für betroffene Kinder, eine enorme soziale und psychische Anpassungsleistung. Dieses Modul setzt sich zum Ziel unterschiedlichste Familienformen (Patchworkfamilien mit Stief- und Halbgeschwister; Regenbogenfamilien bzw. gleichgeschlechtliche Eltern; etc.) vorzustellen, gegenüberzustellen und deren charakteristischen Problemlagen (defizitärer Diskurs) aber auch deren Möglichkeiten und Ressourcen (Resilienz, soziale Kompetenz) zu erarbeiten.

Modul B6 - Trennung und Neubildung von Fortsetzungsfamilien aus Sicht der Eltern und neuen Partner
Trennung und Neubildung von Familien gehören heute zum Alltag urbaner Gesellschaften und wird damit auch zur therapeutischen Herausforderung. In diesem Modul wird einerseits die Trennung der Paarbeziehung und deren Wirkung auf Einzelne und Eltern besprochen. Gleichzeitig wird die Fortsetzungsfamilie als Alleinerzieher*innenhaushalt, Patchwork- oder Stiefsystem, bzw. das Hinzukommen neuer Partner*innen (mit und ohne eigene Kinder) reflektiert. Die Effekte der jeweils temporären Perspektive (jeder kann gerade durch eine dieser Phasen gehen) werden deutlich gemacht: Auf Partnerschaft, Elternschaft, auf Autonomie und Bezogenheit, auf die neue und die alte Liebe, in der Konstellation mit eigenen und fremden Kindern und Jugendlichen.

Modul B7 - Chronisch kranke Kinder und Jugendliche und ihre Familie im Kontext somatisch medizinischer Krankenbehandlung
Die chronische Erkrankung eines Familienmitgliedes dominiert – abhängig von Art, Schweregrad und Dauer- den Alltag von Familien. Umso schwieriger, wenn es ein Kind/einen Jugendlichen betrifft. Studien besagen, dass die psychische Komorbidität körperlich erkrankter Kinder und Jugendlicher bei ca. 25-30% liegt. Der Fokus des Seminars soll methodisch auf den krankheitsbewältigenden psychischen Familienfaktoren, der Wechselwirkung zwischen dem System Familie und System Krankheit und anderen Systemischen Krankheitskonzepten, dem  Salutogenesekonzept, dem Konzept der systemischen Familienmedizin liegen. Um die Domäne therapeutischer Kompetenz zu festigen und  sich von unmöglichen Forderungen abzugrenzen, werden bedeutende Faktoren wie  „Compliance“ und „Adherence“, die Vernetzung Psychotherapie und Medizin, d.h. der Blick auf die institutionelle Rahmung, die Vernetzung mit Professionellen, uvm. eine wichtige Rolle spielen.

Modul B8 - Therapie mit Säuglingen, Kindern, Jugendlichen und deren Eltern im Zwangskontext der Jugendhilfe
Die Beziehung Institution Jugendamt/Schule versus Familie/Eltern-Kinder-Jugendliche ist kontroversiell. Aufsuchende Familienarbeit (Therapie und Beratung) im Zwangskontext braucht ein „Konzept des konstruktiven Nutzens“ für alle. Es ist notwendig, die verschiedenen Problemdefinitionen zu betrachten und im Detriangulierungsprozess die Handlungsmöglichkeiten innerhalb eines Zwangskontexts zu erweitern.

Modul B9 - Kinder und Jugendliche, die auch psychiatrische Hilfe benötigen
Psychiatrische Störungsbilder bei Kindern und Jugendlichen und deren Behandlung im stationären und ambulanten Kontext. Umgang mit aggressiven Verhaltensweisen und Sozialphobien, Ängsten. Zusammenarbeit mit Eltern und Professionellen.

Modul B10 - Kinder psychisch kranker Eltern
Elternschaft und Krankheit, Familienfunktionalität, hilfreiche Diskurse und therapeutische Zugänge in der Begleitung und Psychotherapie von Kindern psychisch kranker Eltern.

Modul B11 - Systemische Zugänge in der Therapie bei Anorexie und Bulimie bei Kindern und Jugendlichen
In diesem Seminar werden neben theoretischen Überlegungen praktische systemische Zugänge vorgestellt, die es ermöglichen, die Autonomiebestrebungen der Betroffenen ernst zu nehmen. Es werden Lösungs- und Entwicklungswege aufgezeigt, wie es Kindern und Jugendlichen mit dieser Symptomatik unter Einbeziehung ihrer Bezugssysteme gelingen kann, wieder gesunde Lebensperspektiven zu schaffen.

Modul B12 - Verhaltensprobleme in der Schule
Kinder und Jugendliche, die „verhaltensoriginell“ oder „auffällig“ sind oder die nicht gerne in die Schule gehen, müssen in ihrem familiären Umfeld gesehen werden. Das Dreieck Schule, Eltern und Kind wird in seiner systemischen Reichweite dargestellt, der Altersgruppe entsprechende Interventionen werden diskutiert.

Modul B13 - Die therapeutische Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen in Pflege- und Adoptionsfamilien
Das Heranwachsen von Kindern und Jugendlichen bei nicht leiblichen Eltern birgt spezielle Herausforderungen. Die Sichtweisen der einzelnen Beteiligten zu erörtern braucht ein Verständnis für die komplexen systemischen Kontexte und ihre Auswirkungen auf die Beziehungsdynamik zwischen Kindern, Jugendlichen und ihren Bezugssystemen. Das Modul bringt einen Überblick über neue und konventionelle Familienkonstellationen und bietet eine Auseinandersetzung mit systemischen Perspektiven auf die Beziehungen zwischen Kindern, Jugendlichen und ihren nicht leiblichen Bezugssystemen.

Modul B14 - Transkulturelle Faktoren in der psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
In diesem Seminar werden Unterschiede zwischen Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund hinsichtlich konkreter psychischer Störungen erfasst. Wichtige Informationen über die Migration und migrationsbedingte Phänomene speziell bei Kindern und Jugendlichen werden vermittelt. Die Unterschiede zwischen den Kulturdimensionen (Kollektivismus vs. Individualismus) werden anhand von Beispielen erläutert.

Modul B15 - Kinder und Jugendliche mit (Lern-)Beeinträchtigungen in systemischer Familientherapie
Das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen kann für sie, ihre Eltern und Geschwister zahlreiche Herausforderungen beinhalten. Die Variabilität der Beeinträchtigungen und die Annahme dieser unerwarteten Ausgangslage werden behandelt. Vom Zeitpunkt der Diagnose bis zum Angebot von Förder- und Therapieangeboten sind Familien oft auf sich allein gestellt. Sie sind gefordert individuelle Wege zu finden um ein Leben in Autonomie durch adäquate Wohnformen und Beschäftigungs- und Freizeitangebote zu ermöglichen. Die Unterstützungsmöglichkeiten durch die systemische Familientherapie werden im Seminar erläutert. Die unter diesen Bedingungen Heranwachsenden können durch die psychotherapeutische Begleitung einen Umgang mit Erschwernissen lernen.
Zielsetzung ist die Begleitung zu möglichst selbstbestimmtem Leben mit gelingenden Aktivitäten und die Mitgestaltung von inklusiven Teilhabechancen am sozialen und gesellschaftlichen Miteinander.

Modul B16 - Das Internet als soziales System für Kinder/Jugendliche und deren Familien
In diesem Modul ist „das Internet“ in seiner ganzen Bandbreite und seinen Auswirkungen auf Kinder, Jugendliche und deren Eltern bzw. Familien, Thema. Ein wichtiger Bestandteil ist die eigene Auseinandersetzung mit dem Internet und seiner Bedeutung für das eigene Berufs-/Leben. Wie müssen Psychotherapeut*innen in der heutigen Zeit mit diesem komplexen Thema umgehen können - um die Klient*innen „dort abzuholen, wo sie sind“, wie wirkt sich Informationssuche im Internet auf das Arbeiten in der Praxis aus?

Modul B17 - Diagnostik von Säuglingen und Kleinkindern
In dieser Lehrveranstaltung gibt es zwei Schwerpunkte: Diagnostik und Psychotherapie. Sie wählen selbst, was Sie bearbeiten. Die Evaluierung erfolgt nur über einen Bereich.
Themenbereich Diagnostik im Säuglings- und Kleinkindalter:
In diesem Seminar erhalten Sie Wissen über Möglichkeiten der multiaxialen Diagnostik im Säuglings- und Kleinkindalter. Der Schwerpunkt wird dabei auf das Diagnosemanual „Zero-to-Three“ gelegt. Zum besseren und vertiefenden Verständnis wird empfohlen bei den jeweiligen Störungsbildern die „Leitlinie psychische Störungen im Säuglings-, Kleinkind und Vorschulalter“ im Selbststudium zu erarbeiten.
Themenbereich Psychotherapie im Säuglings- und Kleinkindalter:
In diesem Seminar erhalten Sie Wissen über ausgewählte Therapiekonzepte zu häufigen Problemlagen im Säuglings- und Kleinkindalter: Regulationsstörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen sowie  Interaktionsprobleme zwischen Säugling und Bindungsperson.

Modul B18 - Therapie der Angststörungen von Kindern und Jugendlichen
Angststörungen gehören im Kindes- und Jugendalter zu den häufigsten psychischen Störungen. Fast jedes zehnte Kind leidet daran, und es gilt als erwiesen, dass sich Angststörungen nicht „von alleine auswachsen“.
Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung eines systemtherapeutischen Krankheitsverständnisses und der systemischen Psychotherapie der Angststörungen im Kindes- und Jugendalter. Nutzen und Gefahren einer Störungsorientierung werden ebenso diskutiert wie die Vor- und Nachteile diagnostischer Klassifikationen. Vor allem aber wird ein breites Spektrum systemischer Methoden ausgebreitet, die sich für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und ihren Angehörigen anbieten. Sie versprechen eine hohe und anhaltende Wirksamkeit und ermöglichen zudem einen humorvoll-heiteren Umgang auch mit ernsten Problemen.

Modul B19 - Das Spiel und die narrative Therapie in der Arbeit mit Kindern
Das Spiel stellt ein wichtiges, fast unerlässliches Mittel in der Psychotherapie mit Kindern dar. Es schließt ihre Kommunikationsmöglichkeiten mit ein, lässt die
Therapie Spaß machen und ideenreich sein und gibt dem Kind die Möglichkeit, sich auf seine Art und Weise auszudrücken. In diesem Raum werden Beispiele aufgezeigt, wie das Spiel verstärkt in die psychotherapeutische Arbeit miteingebunden werden kann, wie der Spielraum ausgebaut werden kann und wie das Spiel im Raum, unter Einsatz des ganzen Körpers und mit zusätzlichen Materialien, noch erweitert werden kann. Es soll hier erörtert werden, wie das das Zusammenspiel von Spiel und narrativer Therapie mit Kindern in der Praxis funktionieren kann.

Modul B20 - Begegnungen auf Augenhöhe. Methoden und Techniken in der Arbeit mit Kindern
In dieser Lehrveranstaltung werden Methoden und Techniken vorgestellt, die in der Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen Begegnungen auf Augenhöhe leichter machen und unsere Kompetenzen als Therapeut_innen erweitern. Dafür werden Möglichkeiten hypnosystemischer Teilearbeit angeboten, Spiele, malerische und gestalterische Ausdrucksformen und Geschichten aus der Praxis. Gewünscht ist eine praktische Auseinandersetzung mit persönlich ausgewählten Techniken im Umgang mit Kindern und Jugendlichen. Diese bilden die Basis für das Evaluierungsgespräch.

Modul B21 - Sexualität und sexualisierte Gewalt
Das Modul bringt eine Sensibilisierung in der systemtheoretischen und praxisorientierten therapeutischen Arbeit zur Sexualität von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen und der sexualisierten Gewalt an Kindern, Jugendlichen und ihren Bezugspersonen.
Ziele sind die Auseinandersetzung mit folgenden Themen und Fragen:
Was ist in welchem Alter normal? Die sexuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Wie komme ich als Therapeutin mit einer Gewaltgeschichte in Berührung und was macht das mit mir? Leitfaden für die Einschätzung und Intervention bei akuter Kindeswohlgefährdung. Was brauchen Kinder, die von sexueller Gewalt betroffen sind? Was ist bei Elterngesprächen zu beachten.

Modul B22 - Sichtweisen und Zugänge für „Systemsprenger“ und deren Umfeld
Wie geht man im therapeutischen Kontext mit sehr schwierigen Kindern und Jugendlichen um, die wegen ihres Verhaltens oftmals von der Schule ausgeschlossen werden müssen?
Wie verringert man deren „Wut-Problem“? Wie führt man Elterngespräche auf Augenhöhe? Die Haltung des „Nicht Wissens“ wird als Ausgangsposition behandelt. Im Seminar sollen ressourcenorientierte und lösungsorientierte Betrachtungsweisen vermittelt werden, um den Klient*innen Hilfestellungen anzubieten. Beispiele aus der Praxis- für die Praxis sollen die therapeutische Arbeit veranschaulichen.

Modul B23 - Systemisch-therapeutische Überlegungen zu selbstverletzendem Verhalten und Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen
Der Umgang mit selbstverletzendem Verhalten und Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen stellt uns Psychotherapeut*innen immer wieder vor große Herausforderungen. Selbstverletzungen sind ein häufiges Phänomen insbesondere im Jugendalter und sind uns Therapeut*innen oft in ihrer Dynamik fremd. Dieses Modul möchte einerseits Orientierung in der therapeutischen Herangehensweise zum Thema Selbstverletzung geben und andererseits für das Thema Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen sensibilisieren. Ziel ist es dabei, aus einer systemischen Perspektive, einen möglichst praxisorientierten Blick auf diese Phänomene zu richten.

Modul B24 - Psychotherapie von Säuglingen und Kleinkindern
In diesem Seminar erhalten Sie Wissen über ausgewählte Therapiekonzepte zu häufigen Problemlagen im Säuglings- und Kleinkindalter:
Regulationsstörungen, Posttraumatischen Belastungsstörungen sowie  Interaktionsproblemen zwischen Säugling und Bindungsperson.

Organisation des Weiterbildungscurriculums

Organisation und fachliche Leitung: Alexandra Sartori, Corina Ahlers, Andreas Höher, Gerda Mehta

Informationen und Kontakt

Für Fragen steht Ihnen das ÖAS-Office unter Telefon (01) 212 41 35 bzw. per e-mail unter office(at)oeas.at zur Verfügung.

Fachliche Fragen können Sie auch direkt an die Organisatorin Frau Mag.ª Alexandra Sartori (alexandra.sartori(at)bildung-noe.gv.at ) oder über die Schulungsplattform Cisco Webex Teams (bitte mit Frau Mag.ª Sartori einen 1:1 Raum öffnen) richten.