!! WICHTIGE INFO FÜR STUDIERENDE !!

26.03.2020

Corona und die ÖAS-Ausbildung

FAQ für Studierende

F A Q - Frequently Asked Questions
für Studierende in den Regionen ÖAS-Bundesländer, ÖAS-Wien und ÖAS-SFU

Stand 26.3.2020
Die ÖAS Lehrtherapeut*innen werden täglich diese Liste mit Ihren/Euren wichtigen Fragen und entsprechenden Antworten füllen. Sollten Sie/Du eine Frage haben, die Sie/Du hier nicht finden, bitte mailen Sie uns diese an: office@oeas.at oder an Ihre/Deine Ausbildungsleitung bzw. Curriculumsleitung. Wir werden diese so rasch wie möglichst beantworten und hier für alle Studierende zugängig machen.
Danke für Ihre/Eure Mithilfe!

„Ich bin gerade mit meiner Ausbildung fertig geworden und habe für März 2020 meinen Abschluss im BMG eingereicht, um in die Psychotherapeut*innen-Liste eingetragen zu werden. Der Eintragungstermin ist seitens des BMG ausgefallen! Was passiert mit meinem Eintragungsansuchen?“
Derzeit kann wegen des Versammlungsverbots kein Beschluss im Ministerium gefasst werden. Deshalb kann aktuell auch keine Eintragung stattfinden. Laut Auskunft des BMG wird ein Zwischentermin für eine Vollversammlung gesucht. Leider gibt es bis dato keine genaue Auskunft, wann dieser Ersatztermin stattfinden soll. Wir halten Sie hier am Laufenden.
Der nächste Psychotherapiebeiratstermin im Juni 2020 wird hoffentlich wieder stattfinden. Daher bitten wir die betroffenen Kolleg*innen um Geduld.
Sollte Ihr „Status“ abgelaufen sein, bitten melden Sie dies beim ÖAS-Office. Wir stellen Ihnen so rasch wie möglichst ein Statusverlängerung zu.

„Ich bin gerade mit meiner Ausbildung fertig geworden und wollte im März 2020 um Eintragung im BMG ansuchen. Leider geht das jetzt nicht. Muss ich jetzt weiterhin in Supervision gehen, weil ich länger im Status bleibe?"
Ja, solange Sie im Status sind, müssen Sie laut Psychotherapiegesetz weiter in regelmäßiger Supervision sein. Infolge der Corona-Krise gehen wir aber davon aus, dass das BMG die Einhaltung der regelmäßigen Supervision nicht kontrollieren wird.  
„Wird meine Ausbildung durch die „Corona-Krise“ nun länger dauern, als es im Ausbildungsvertrag steht?“
Dies kann derzeit nicht eingeschätzt werden. Es ist gegebenenfalls jedoch möglich, sollten die Maßnahmen der Bundesregierung noch verschärft werden bzw. länger andauern, dass sich auch der Abschluss der Ausbildung eventuell verzögern könnte.

„Wann beginnen wieder ÖAS Seminare?“
Eine gute Frage! Die ÖAS Wien, Bundesländer und SFU hat sich selbstverständlich dem Aufruf der Bundesregierung angeschlossen zunächst bis 5.4.2020 bzw. nach den Osterferien keine Seminare anzubieten.
Da wir derzeit nicht abschätzen können wie lange diese Situation und die ausgerufene Sperre für Ausbildungseinrichtungen andauern wird, werden wir alle Studierenden stets auf dem Laufenden halten und Sie über die Ausbildungsleitungen und Curriculumsleiter*innen direkt oder über das ÖAS-Office mittels Mail-Aussendung informieren.

„Finden die Lehrgruppensupervisionen (Region Bundesländer) oder Praxisseminare (Region Wien) bis nach den Osterferien statt?“
Region Bundesländer: Nein. Die Lehrsupervisor*innen werden bis nach Ostern keine Lehrgruppensupervision abhalten. Wenn Ihr jedoch fallbezogene Fragen habt oder unsere Unterstützung braucht, so stehen Eure Lehrsupervisor*innen gerne telefonisch oder per Mail gerne zur Verfügung. Bitte notieren Sie diese Kontakte auf dem entsprechendem Therapieprotokoll für ev. Nachweis.
In der Region Wien werden sich die Praxisseminarleiter*innen mit den ihnen zugeteilten Student*innen in Verbindung setzten und die Situation individuell klären.

„Dürfen die Praxisseminare (Region Wien) auch online stattfinden?“
Vorübergehend ja. Ob es online stattfinden kann, ist jedoch abhängig von der Praxisseminarleiter*in. Entsprechend der Internetrichtlinien des BMG sollte man auf online nur dann zurückgreifen, wenn ein (supervisorischer) Notfall besteht. Anderenfalls bitte telefonisch mit der Lehrtherapeut*in kommunizieren.

„Wird es Ersatztermine für die versäumten bzw. nicht stattgefundenen Seminare geben?“

Selbstverständlich werden wir Ihnen zeitnahe Ersatztermine anbieten. Genaueres dazu werden wir nach Ostern bekannt geben.

„Wird es Ausbildungsteile (Wochenendseminare, Abendseminare, etc.) auch online über E-learning geben, so wie in den öffentlichen Schulen oder Universitäten?“
Das Bundesministerium hat rasch reagiert und auch für unsere Ausbildungslandschaft das E-learning vorübergehend als gleichwertige Lehrform freigegeben. Manche ÖAS-Curricula arbeiten bereits jetzt schon punktuell mit einer E-learning-Plattform (Cisco Webex, Google Classroom) oder per Mail. Die Ausbildungsgruppen, die diese Form der Lehre noch nicht nutzen, werden ebenfalls manche Ausbildungsteile online anbieten und vorübergehend auf E-learning umsteigen, wenn die Sperre weiterhin oder länger andauern sollte.

„Darf ich als Psychotherapeut*in in Ausbildung unter Supervison in Institutionen oder in Freier Praxis weiter arbeiten und wenn ja, wie?“
Selbstverständlich und es ist auch seitens des BMG erwünscht, dass wir weiterhin Therapien anbieten. Die Corona Pandemie bedeutet aber auch für unseren Berufsstand bedachtes Vorgehen und überlegtes Handeln. Insbesondere auch zu unserem eigenen und privaten-familiären Schutz.
Jene von Euch, die in Institutionen arbeiten, sollten von ihrem Arbeitgeber klare Vorgaben und Verhaltensregeln im Umgang mit Klient*innen bzw. über das Vorgehen am Arbeitsplatz bekommen.  
Jene, die in der Freien Praxis arbeiten, sollten folgendes Vorgehen wählen:
Schlagt den Klient*innen telefonisch im Vorfeld vor, die Therapiesitzung per Telefon oder über Videokonferenz (Skype, Google Meet, Zoom, WhatsApp, Facetime, Cisco Webex, Signal oder ähnlichen Systemen) zu machen.  
Normalerweise ist Skype & Co bzw. alle Gratis-Videokonferenzsysteme nicht wirklich datenschutzkonform.
Die derzeit sicherste Gratis-Variante ist die App Signal (https://signal.org/de/) sowie das Programm bzw. die Software von https://www.therapsy.at. Letzteres steht ebenfalls derzeit gratis zur Verfügung.

In der jetzigen Krise bzw. für die Zeit der Pandemie sind die Verbote diese Online-Dienste zu verwenden seitens des Bundesministerium für Gesundheit (BMG) aufgehoben worden. Das Wohl der Klienten ist höherrangig als der Datenschutz. Natürlich müssen die Klient*innen in einem zumindest mündlichen „informed consent“ darüber aufgeklärt werden, dass die Online-Therapie den Datenschutzstandards nicht entspricht.
Die Zusage seitens des BMG gilt für die Zeit der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie und stellt natürlich für die Zeit danach kein Präjudiz dar.

„Zählen meine Telefon-/Videokonferenz-Therapien als Protokoll für die Ausbildung?“
Ja natürlich. Eure Therapiesitzungen, die Ihr via Telefon, Skype oder andere Kommunikationsmedien durchführt, bitten wir Euch wie üblich zu protokollieren und an uns bzw. Lehrtherapeut*in abzugeben. Es ist sinnvoll zu vermerken, dass diese Therapieeinheiten in Form von Telefonie oder Videotelefonie abgehalten worden sind.

„Darf ich meine Therapie-Protokolle im Moment per Mail an meine Lehrsupervisor*in  schicken?“
Ja, wenn die Dokumente mit einem Passwort geschützt wurden. Word von Microsoft aber auch andere Textverarbeitungsprogramme bieten dieses Service an, dass Dokumente mit einem Kennwort geschützt werden können. Teilen Sie bitte ihrer Supervisor*in das Kennwort mit, damit er/sie dein Dokument öffnen kann.
Natürlich gibt es auch andere Programme oder IT-Methoden Dokumente zu verschlüsseln bzw. zu schützen.

„Darf ich für Videokonferenz-Therapiegespräch meinen normalen Honorarsatz verlangen?“
Ja natürlich. Klärt im Vorfeld auch die Finanzierung dieser Gespräche.
Laut ÖBVP sind "Alle psychotherapeutischen Behandlungen, die notwendiger Weise via Internet oder Telefon nach den Regeln durchgeführt werden, die für die Standard-Psychotherapie in den Praxen gültig sind, werden in gleicher Form honoriert, als wenn diese Therapien in den Praxen durchgeführt worden wären.

„Wo bekomme ich weitere Informationen bzgl. Psychotherapie und Corona?“
Der ÖBVP informiert derzeit unsere Berufsgruppe sehr gut, welche Maßnahmen zu berücksichtigen sind. Dies wird auf der Homepage des ÖBVP laufend aktualisiert und mitgeteilt. Bitte immer wieder mal nachschauen.
https://www.psychotherapie.at/psychotherapeutinnen/coronavirus-informationen-psychotherapeutinnen

„Soll man Kindertherapien anbieten, wenn für die Kinder kein geschützter Gesprächsraum gewährleistet werden kann?”
Wir denken schon (v.a. zur Entlastung der Kinder in schwierigen familiären Konstellationen; auch bzgl. Schuldgefühlen und Angst weil sie ja als Infektionsträger gelten); manche Themen kann man ev. in diesem Rahmen dann nicht besprechen oder man muss versuchen, geeignete Rahmenbedingungen im Gespräch mit den Eltern zu schaffen.

„Was mache ich, wenn ich bei eine Therapiesitzung per Telefon oder Videokonferenz häusliche Gewalt miterlebe?“
Es könnte passieren, dass wir als Therapeut*in über Telefon oder Videokonferenz Zeug*in von Gewalt werden. Der Link gibt kurz Auskunft, wie vorzugehen wäre. https://www.moment.at/story/verdacht-auf-haeusliche-gewalt-nebenan-4-dinge-die-du-tun-kannst?fbclid=IwAR1A-KI1a8RAPCBIwRbDDi89r6KusPFp3JuGPnAb5fb11i3UOysdpeQAHrw

„Wo kann ich um finanzielle Unterstützung ansuchen wegen meines Praxisausfalls?“
Der ÖBVP hat diesbezüglich auf seiner Site eine entsprechende Information gepostet. Bitte schauen Sie in die Infos von „Corona und Psychotherapie“ im ÖAS-news-banner. Dort gibt es den Link.

 „Kann ich Einzelselbsterfahrung/externe Supervision später bezahlen?“

Da müssen mit der Lehrtherapeut*in eine individuelle Regelungen getroffen werden, weil einerseits die persönliche Situation der Lehrtherapeut*innen sehr unterschiedlich sind und andererseits die Bezahlung dieser Ausbildungskosten direkt mit der Lehrtherapeut*in abgerechnet wird und nicht über die ÖAS.

Wie kann ich in der derzeitigen Situation Menschen psychotherapeutisch unterstützen?
Der Wiener Landesverband für Psychotherapie hat eine Helpline eingerichtet, wo auch Psychotherapeut*innen in Ausbildung unter Supervision therapeutisch tätig sein können. Die Registrierung erfolgt über folgenden Link: https://www.psychotherapie-wlp.at/wlp/organisation/psychotherapie-helpline
Sie können natürlich die durchgeführten Therapien auch für Ihre Protokolle verwenden.

Wie reagiert der Vorstand auf den „offenen Brief“ der Student*innen-Vertretung und der Bitte um Stundung von Ausbildungsbeiträgen bis Jahresende 2020?
Der Vorstand bedankt sich zunächst bei den Student*innen-Vertreter*innen für Ihren Einsatz für die Studierenden.
Wir wollen zunächst feststellen, dass sich infolge der Corona-Krise bzw. mit Datum vom 25.3.2020 noch keine Student*in wegen einer finanziellen Anfrage bzgl. Stundung des Ausbildungsbeitrags „persönlich" an die Kassierin der ÖAS, an das Office oder dem Vorstand Kontakt aufgenommen hat. In den letzten Jahren hat es immer wieder diesbezügliche Anfragen seitens Studierender gegeben, die dann von der ÖAS stets positiv beantwortet wurden oder eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden werden konnte. 
Selbstverständlich wird die ÖAS Ihre Studierenden auch in dieser Zeit so gut wie möglichst beratend zur Seite stehen und auch eine Änderung der bereits vereinbarten Zahlungsmodalität (z.B. Umstellung von „jährlich“ auf „halb- oder vierteljährlich“ in ÖAS-Wien oder von „jährlich“ auf „halbjährlich“ in ÖAS-Bundesländern) gerne entgegenkommen.
Ein generelle Änderung der Zahlungsmodalitäten oder Zahlungsaufschubs bis Jahresende 2020 bedarf eines Generalversammlungsbeschluss und der ÖAS-Vorstand möchte im Rahmen der nächsten Generalversammlung (voraussichtlich Mitte-Ende Juni 2020) selbstverständlich gerne nochmals auf den Punkt der finanziellen Unterstützung für Studierende ausführlicher eingehen.

Wir bitten Sie zu verstehen, dass die ÖAS bis dahin - im Rahmen der eigenen finanziellen Verträglichkeit und Machbarkeit – keine, über das Rita-Vogel-Stipendium hinausgehende, finanzielle Unterstützungen bzw. Stipendien anbieten kann. Wir sind als ÖAS selbst Debitor vieler Forderungen anderer Dienstleistungsbetriebe und müssen diese ebenfalls zeitgereicht einhalten. Da die ÖAS ein privater Verein ist, können wir keinen Kredit aufnehmen, da die Mitglieder des ÖAS-Vorstandes in diesem Fall als Privatpersonen dafür haftbar gemacht werden. Diese Verantwortung ist einer vorrangig „ehrenamtlichen“ Funktion von ÖAS Mitgliedern nicht zumutbar.

Warum nützt die ÖAS das online-Medium „WEBEX“ nicht?
Das online-Medium „Webex“ verwendet die ÖAS vorrangig für das Säuglings-, Kinder- und Jugendlichen-(SKJ)-Curriculum. Diese Form des Unterrichts wurde seitens des Bundesministerium für Gesundheit explizit für die ÖAS genehmigt.
Da bis dato der Gesetzgeber vorsah, dass die fachspezifische Psychotherapie-Ausbildung als Präsenzunterricht zu erfolgen hat, sind die Seminare der ÖAS-Ausbildung nicht auf E-learning konzipiert. Wir freuen uns, dass in der Corona-Krise das BMG diese Reglementierung geöffnet hat und nur für diesen Zeitraum E-learning erlaubt. 
Die meisten Lehrtherapeut*innen sind derzeit sehr bemüht, rasch und kurzfristig auf das distance-learning umzusteigen. Dies bedarf einen hohen Zeitaufwand und Engagement der Kolleg*innen. Wir wollen uns als Vorstand bei den Lehrtherapeut*innen dafür bedanken, da sie in nächster Zeit viele Seminareinheiten, Supervisionen entweder über Microsoft Teams oder Google-Classroom bzw. Videokonferenzsysteme wie Skype oder Zoom anbieten werden. Nähere Informationen haben die Studierenden in der ÖAS-Bundesländer bereits erhalten. Für die Student*innen der ÖAS-Wien erfolgt die Information über Ihre Praxisseminarleiter*innen oder Ausbildungsleiter*innen 1. Abschnitt.