workshops
 

Veranstaltungsprogramm der ÖAS-Bildungswerkstatt

Diese Fortbildungsreihe wendet sich an PsychotherapeutInnen, PsychologInnen und SozialarbeiterInnen, die den systemischen Denkansatz genauer kennen lernen wollen. Wir haben Bereiche ausgewählt, von denen wir glauben, dass sie hilfreich sind, unabhängig davon, ob das ganze Denkgebäude akzeptiert wird. Die Seminare können selbstverständlich auch einzeln gebucht werden.

Die in der Mitte des 20. Jahrhunderts in vielen Wissenschaftszweigen gleichzeitig entstandene Auseinandersetzung mit komplexen Fragestellungen erreichte die Psychotherapie zunächst über die Familientherapie, später durch die in den 1980er Jahren entstandene systemische Therapie. Vor allem die Familientherapie nahm ihren Ausgang in der Arbeit mit Familien mit Kindern und Jugendlichen. Die systemische Therapie erweiterte sich dann auf alle Formen der therapeutischen und beraterischen Arbeit. So spricht man heute von systemischer Psychotherapie (Einzeltherapie), systemischer Paartherapie, systemischer Familientherapie und systemischer Gruppentherapie. Zu Anfang ging es im theoretischen Bereich darum, auszuloten, ob das sog. systemische Denken (bzw. systemwissenschaftliche Denken) auch für die Begründung und Anleitung psychotherapeutischer Praxis nutzbringend sei. Als dies zunehmend positiv geklärt worden war, ging es in einem weiteren Schritt um die Erarbeitung einer geeigneten Methodologie auf dem Hintergrund einer systemischen Haltung, das heißt, einer Haltung, die im wertschätzenden Respekt vor der Autonomie und Berechtigung des Klienten sich mehr für seine Ressourcen und alternative Problemlösungen als für seine Defizite und Problembeschreibungen interessiert. Die dabei entstandene Methodologie ist mittlerweile in Einzelaspekten von vielen therapeutischen Schulen übernommen worden.


Folgende Ziele haben wir uns mit der ÖAS-Bildungswerkstatt gesteckt:

· Top-ReferentInnen zu vernünftigen Preisen in die ÖAS einzuladen
· Seminare anzubieten, die Ihre Fachkenntnisse vertiefen
· Seminare anzubieten, die Ihnen Spezialkenntnisse vermitteln
· Schulenübergreifende Entwicklungen zu präsentieren
· Seminarreihen zu bestimmten Themen anzubieten (Hypnotherapie, Kinder, Trauma, …)

Ausgangspunkt der Seminare ist ein hoher Qualitätsstandard, der auf die speziellen Bedürfnisse aller KollegInnen eingeht. Dabei ist uns besonders Ihre Meinung wichtig! Anhand Ihrer Rückmeldungen und Anregungen auf den Beurteilungsbögen evaluieren wir die Qualität und den Bedarf der Seminare.

Wir freuen uns darauf, Sie bei der einen oder anderen Veranstaltung zu sehen. Anmeldungen (www.oeas.at) sind ab sofort möglich!

Für das Team
Michaela Sit


Fortbildungsprogramm im Überblick

Aktuell 2009

Aufstellungen mit dem Familienbrett. Komplexität sozialer Strukturen und Prozesse einfach und übersichtlich abbilden und reflektieren
Mit Kurt Ludewig, 13.-14.3.2009

„Zwei Seelen wohnen ach! in meiner Brust ...“
Arbeitstechniken zum Umgang mit Ambivalenzen in Beratung und Therapie

Mit Manfred Prior, 18.-19.9.2009

„Depression“ macht Sinn! Systemische Hilfen in einem weiten Feld
Mit Wolfgang Loth, 25.-26.9.2009

Psychotherapie: Die Begegnung neuronaler Aktivitäten?
Interessantes aus der Gehirnforschung für eine gelungene Psychotherapie
Mit Martina Gross, 16.10.2009 (Teil 1) und 20.-21.11.2009 (Teil 2)

Freundschaft mit dem eigenen Körper schließen. Über den Umgang mit psychosomatischen Schmerzen
Mit Hanne Seemann, 6.-7.11.2009


Vorschau 2010

Der Trauerprozess. Therapeutische Gesichtspunkte
Mit Verena Kast, 26./27. Februar 2010

Trauerprozesse setzen dann ein, wenn uns ein Verlust droht oder wir etwas verloren haben, das für uns einen großen Wert darstellt. Der Trauerprozess hilft uns, uns zu lösen, den Verlust zu akzeptieren, uns neu auf uns selbst zu beziehen und gegebenenfalls neue Bindungen einzugehen. Anhand des Trauerprozesses beim Tod eines geliebten Menschen wird das Typische an diesem Prozess erarbeitet. Schwierigkeiten im Trauerprozess sowie Formen des pathologischen Trauerns sollen besprochen und entsprechende Therapiemöglichkeiten aufgezeigt werden. Spezifische Trauerprozesse in unterschiedlichen Verlustsituationen werden diskutiert.

Einführung in die hypnosystemische Therapie. Erste Einblicke
Mit Charlotte Wirl, 19./20. März 2010

Der hypnosystemische Ansatz vereinigt Konzepte des systemischen Denkens und der Hypnotherapie nach Milton H. Erickson. Im Zentrum steht die Orientierung auf Kompetenzen, Ressourcen und Lösungen. Hypnosystemische Interventionen erlauben umgehende und dabei nachhaltige Veränderungen auch bei Problemen, die als hartnäckig oder chronifiziert gelten.

Begehbare Lebenswelten. Arbeit mit dem Lebensflussmodell
Mit Brigitte Lämmle, 11./12. Juni 2010

Wir alle konstruieren uns unsere eigenen Lebenswelten. In der Arbeit mit unseren KlientInnen gilt es, Zugang zu ihren Problemen und Lösungsfilmen zu bekommen.
Ziel des Seminars ist es, mittels praxisorientierten Arbeiten am Lebensfluss, diese Filme sichtbar und erfahrbar zu machen sowie praktische Lösungswege zu ermöglichen. Der Lebensfluss veranschaulicht einen Prozess. Auf den Boden werden Seile als Lebenslinien von der Vergangenheit in die Zukunft gelegt. Krisen erscheinen als Kurven, als Herausforderung im Wachstumsprozess. Diese Methodik gibt eine räumlich-zeitliche Orientierung und begleitet wertschätzend weitere Lösungsschritte, und konstruktive Kräfte fließen wieder.
Brigitte Lämmle vermittelt in diesem Seminar praktisches Handwerkszeug und greift dabei auf ihren reichen Erfahrungsschatz zurück.

Psychodynamisch imaginative Traumatherapie unter Berücksichtigung systemischer Gesichtspunkte
Mit Luise Reddemann, 3./4. Dezember 2010

In der PITT wird über das Medium einer hilfreichen Beziehung vor allem die Selbstbeziehung betont und mittels Imagination angeregt, diese neu zu gestalten und seelische Wunden damit einer Heilung zuzuführen. Zentral ist das Konzept der "inneren Bühne", die zu einem gemeinsamen imaginären Raum wird, auf dem die Klientin angeregt und unterstützt durch die Therapeutin "spielen" kann.


SEMINARBESCHREIBUNGEN 2009

Dr. Kurt Ludewig: Aufstellungen mit dem Familienbrett.
Komplexität sozialer Strukturen und Prozesse einfach und übersichtlich abbilden
und reflektieren

Das Familienbrett wurde 1978 von Kurt Ludewig und seiner Arbeitsgruppe als ein Verfahren zur Dokumentation von familientherapeutischen Sitzungen entworfen. Bei der empirischen Überprüfung in mehreren Arbeiten wurde jedoch festgestellt, dass es weitaus mehr Möglichkeiten als Mittel der Therapie/Beratung/Supervision anbot. In diesem Sinne ist es in den Folgejahren weiterentwickelt worden.

Im Seminar wird nach einer kurzen Einführung in die Entwicklung und das Konzept des Verfahrens dazu übergegangen, mit den TeilnehmerInnen mit Hilfe des Familienbretts zu arbeiten. Dabei können Situationen aus dem eigenen Leben, aber auch Situationen aus der Praxis dargestellt und reflektiert werden. Das Seminar ist im Wesentlichen praxisbezogen konzipiert worden. Vorerfahrungen mit dem Verfahren werden nicht vorausgesetzt, dafür aber die Bereitschaft zur Mitarbeit.

Termin: Freitag, 13.3.2009 von 15.00h bis 20.00h
Samstag, 14.3.2009 von 10.00h bis 18.00h
Ort: ÖAS
1010 Wien, Gonzagagasse 11/19

Kosten: € 230,- für ÖAS-Mitglieder
€ 250,- für Nicht-Mitglieder

max. 20 TeilnehmerInnen


Dr. Manfred Prior: „Zwei Seelen wohnen ach! in meiner Brust ...“
Arbeitstechniken zum Umgang mit Ambivalenzen in Beratung und Therapie

In fast jeder Beratungs- und Therapiesitzung ist man mit der Zwiespältigkeit des Klienten konfrontiert. Das fängt mit den Zielen des Klienten an und hört mit den Vor- und Nachteilen des Symptoms noch lange nicht auf.
Manfred Prior hat für diese allgegenwärtigen Ambivalenzprobleme ein sehr brauchbares Modell entwickelt, das die Arbeit mit Ambivalenzen erleichtert und beschreibt, wie man Klärung und Entscheidung des Klienten fördern kann, ohne in dessen innere Kämpfe hineingezogen zu werden.
Darüber hinaus werden unter der Überschrift „Punkt, Punkt, Komma, Strich - fertig ist die Lösungssicht.“ neueste Visualisierungstechniken vermittelt, die den Beratungs- und Therapieprozess von Anfang an sehr viel effektiver gestalten helfen.
In diesem Workshop werden Möglichkeiten des Umgangs mit Ambivalenzen und Inkongruenzen erläutert, demonstriert, erfahren und geübt. Er ist für PraktikerInnen, die ihr Handwerkszeug für die tägliche Arbeit in Beratung und Therapie erweitern wollen. Nach kurzen Theorieeinheiten, in denen das Vorgehen beschrieben wird, wechseln sich Demonstrationen, Selbsterfahrung und Kleingruppenarbeit ab.

Über Manfred Prior:
Dr. phil. Dipl.-Psych. Manfred Prior bildet seit über 20 Jahren BeraterInnen und PsychotherapeutInnen in Verfahren moderner Kurzzeittherapie aus. Darüber hinaus ist er in diesem Bereich Autor von Lehrvideos und wissenschaftlichen Veröffentlichungen wie "MiniMax-Interventionen" und „Beratung und Therapie optimal vorbereiten - Informationen und Interventionen vor dem ersten Gespräch“. Manfred Prior arbeitet in freier Praxis als Berater, Psychotherapeut, Coach und Supervisor.


Termin: Freitag, 18.9.2009 von 14.00h bis 20.30h
Samstag, 19.9.2009 von 09.00h bis 17.00h
Ort: ÖAS
1010 Wien, Gonzagagasse 11/19

Kosten: € 230,- für ÖAS-Mitglieder
€ 250,- für Nicht-Mitglieder

max. 25 TeilnehmerInnen


Wolfgang Loth: „Depression“ macht Sinn!
Systemische Hilfen in einem weiten Feld

Der Erfolg des Begriffs „Depression“ scheint zu widerlegen, dass Namen „Schall und Rauch“ seien. Sowohl seine alltagssprachliche Verbreitung wie auch seine zentrale Stellung hinsichtlich der psychotherapeutischen Versorgungsrelevanz sprechen dafür. Der Begriff scheint ohne weiteres in der Lage, die Vielfalt dazugehöriger Phänomene zu bündeln, hinsichtlich einer Ziel- und Behandlungsrichtung zu lenken und ein Leid, dessen Erleben und Miterleben häufig sehr zu belasten vermag, professionell zu bannen. Das führt zu besonderen Herausforderungen für Systemische TherapeutInnen.

Systemische Konzepte von Hilfe stellen beim Blick auf Probleme sinnstiftende Prozesse in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit sowie deren Einbettung in mehr oder weniger festlegende Rahmenbedingungen. Dieses Geschehen wird als nicht-trivial anerkannt und entzieht sich – aus systemischer Sicht – daher einseitig gerichteten Reparaturversuchen. Stattdessen setzen systemische Hilfeangebote darauf, miteinander heilsamere Alternativen zu bisherigen Sinn- und Handlungsroutinen zu entwickeln und auch zu stärken. Dabei soll sowohl Vertrauen ermöglicht werden, in andere als die bislang Sicherheit versprechenden Vorstellungen, als auch Zutrauen in eigene Möglichkeiten mit anderen als den bislang vertrauten Hilfsmitteln für innere und soziale Orientierung sorgen zu können. „Depression“ und ihre Begleiterscheinungen können hierbei als Grundlage für (wenigstens) einen nächsten guten Schritt gewürdigt und genutzt werden.
Am Beispiel „Depression“ können in diesem Workshop Ideen aufgegriffen und diskutiert werden, wie das in der praktischen Alltagsarbeit zum Tragen kommen kann.

Über Wolfgang Loth:
Dipl.-Psych. Wolfgang Loth ist seit 1978 in Kinder- und Jugendheimen, Familienberatungsstellen, am Institut für Familientherapie Weinheim sowie freiberuflich als Supervisor, Psychotherapeut und in der Fortbildung tätig. Als Autor hat er zahlreiche Veröffentlichungen zu Theorie und Praxis Systemischer Therapie in der Redaktion der Zeitschriften "Systhema" (Weinheim) und "systeme" (Wien) verfasst.


Termin: Freitag, 25.9.2009 von 14.00h bis 20.30h
Samstag, 26.9.2009 von 09.00h bis 17.00h

Ort: ÖAS
1010 Wien, Gonzagagasse 11/19

Kosten: € 230,- für ÖAS-Mitglieder
€ 250,- für Nicht-Mitglieder

max. 20 TeilnehmerInnen


Martina Gross: Psychotherapie: Die Begegnung neuronaler Aktivitäten?
Interessantes aus der Gehirnforschung für eine gelungene Psychotherapie

Was passiert im Gehirn, wenn ein Mensch Angst hat? Und wie entsteht eine Angstsymptomatik, die die Bewältigung des Alltags für einen Menschen schwer macht? Welche Areale des Gehirns sind aktiv, wenn jemand trauert, und wie kann sich – vielleicht daraus? - eine Depression entwickeln? Wenn Menschen eine so genannte traumatische Erfahrung machen und z.B. eine Situation erleben, in der sie ihr Leben bedroht sehen – was passiert währenddessen in ihrem Gehirn? Und wie verarbeitet das Gehirn diese Erfahrung? Wie und wann werden Erfahrungen überhaupt gespeichert? Die Sichtweisen der verschiedenen psychotherapeutischen Schulen finden in der Neurobiologie gemeinsame Grundlagen. Martina Gross wird versuchen, das Wissen um die neurobiologischen Grundlagen von Symptomen und Interventionen mit den Erfahrungen aus dem therapeutischen Kontext der SeminarteilnehmerInnen zu verknüpfen. Welche neurobiologischen Korrelate die unterschiedlichen therapeutischen Interventionen haben, wird ebenfalls ein wichtiger Teilbereich sein.
Martina Gross bietet zu diesem spannenden Themen zwei Teile an: Grundlagen der Neurobiologie und spezielle Anwendungsmöglichkeiten. Die Seminare sind aufbauend.

Über Martina Gross:
Mag. Martina Gross ist Klinische Psychologin, Psychotherapeutin (systemisch, hypnotherapeutisch) tätig an der Krankenanstalt Rudolfstiftung Wien und in freier Praxis.

Teil 1: Grundlagen der Neurobiologie für PsychotherapeutInnen

Termin: Freitag, 16.10.2009 von 14.00h bis 20.00h
Samstag, 17.10.2009 von 09.00h bis 17.00h

Teil 2: Spezielle Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis und Vertiefung

Termin: Freitag, 20.11.2009 von 14.00h bis 20.00h
Samstag, 21.11.2009 von 09.00h bis 17.00h


Kosten (je Seminar): € 230,- für ÖAS-Mitglieder
€ 250,- für Nicht-Mitglieder

Ort: ÖAS
1010 Wien, Gonzagagasse 11/19

max. 20 TeilnehmerInnen


Dr. Hanne Seemann: Freundschaft mit dem eigenen Körper schließen.
Über den Umgang mit psychosomatischen Schmerzen

Hanne Seemann stellt in diesem Seminar einen hypnosystemischen Therapieansatz zum Umgang mit psychosomatischen Schmerzen oder anderen Beschwerden ohne ausreichenden Organbefund dar. Die Verbesserung der "Kommunikation" zwischen Körper und Ich steht im Zentrum dieses therapeutischen Ansatzes. Hanne Seemann zeigt an vielen Beispielen aus der Praxis, wie der Körper dazu gebracht wird, seine schmerzhafte Sprache verstummen zu lassen: mit Anleitungen für den Einsatz von Geschichten, Tranceinduktion, Entspannungsübungen.
Hanne Seemann bezeichnet sich als begeisterte Geschichtenerzählerin, und so ist auch ihr therapeutischer Stil geprägt von einer positiven, warmen und humorvollen Haltung und Leichtigkeit.


Über Hanne Seemann:
Dipl.-Psych. Hanne Seemann ist Psychologische Psychotherapeutin, Spezielle Schmerztherapie, Hypnotherapie. Fortbildungen in vielfältigen Kontexten für ÄrztInnen, PsychotherapeutInnen, PatientInnen. Therapeutische Spezialisierung auf PatientInnen mit Schmerzen und funktionellen Störungen. Nach langjähriger Tätigkeit im Uniklinikum Heidelberg jetzt in freier Praxis tätig.

Termin: Freitag, 6.11.2009 von 14.00h bis 20.30h
Samstag, 7.11.2009 von 09.00h bis 17.00h

Ort: ÖAS
1010 Wien, Gonzagagasse11/19Kosten: € 230,- für ÖAS-Mitglieder
€ 250,- für Nicht-Mitglieder
max. 20 TeilnehmerInnen


 

Information und Anmeldung im ÖAS-Sekretariat unter office@oeas.at, Tel.: 01/212 41 35