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Nachruf auf Brigitte King
Mit großer Betroffenheit müssen wir leider mitteilen, dass die (Mit)organisatorin des Jour fixe in Vorarlberg,  Brigitte King, in der Nacht des 27.November 2005 verstorben ist.

Liebe ÖAS Mitglieder,

ich habe die traurige Aufgabe Euch mitzuteilen, dass unser Vereinsmitglied Brigitte King am Sonntag, den 27. November ganz unerwartet verstorben ist. Sie war mir eine tolle Berufskollegin und in den letzten Jahren auch eine sehr nahe und liebe Freundin. Ich trauere sehr um sie. Brigitte wurde am 10. Mai 1969, in Meiningen (Vorarlberg) geboren. Sie wuchs als „Nachzügler" sehr ländlich, mit ihrem Bruder und ihrer Schwester, welche ein Pflegekind der Familie war, auf. Brigitte zeichnete sich als Kind bereits durch ihre Intelligenz und ihren Lerneifer aus und so besuchte sie das Gymnasium und schlug dann ein Studium in der wirtschaftlichen Richtung ein. Als Betriebsökonomin war sie im Marketingbereich erfolgreich tätig. Nach einer körperlichen und psychischen Krise beschloss Brigitte Psychologie zu studieren. Eine Psychotherapie- Ausbildung (systemische Familientherapie in der ÖAS Salzburg) und die Ausbildung zur klinischen Psychologin folgten. Brigitte hatte noch unzählige andere Zusatzausbildungen und Fortbildungen, die ich hier aber nicht weiter erwähnen will. Gearbeitet hat Brigitte an vielen Orten, dem ambulanten Familiendienst, auf der Kinderabteilung im LKH Feldkirch. Sie hat die psychiatrische Tagesklinik für Kinder in Bregenz aufgebaut. Seit Anfang 2005 hatte sie eine Stelle beim psychiatrischen Dienst in Liechtenstein, wo sie gerade eine „Suchtgruppe" aufbaute und betreute. Seit mehreren Jahren führte Brigitte auch eine kleine private Praxis für Psychotherapie. Brigitte war einer der fleißigsten und arbeitsamsten Menschen die ich kenne. In der systemischen Familientherapie, besonders im narrativen Ansatz, hat sie ihre Heimat gefunden. Ein ausgezeichneter Artikel über Handpuppenspiel und die therapeutische Arbeit mit Kindern „Frau Meier und die Trauergiraffe" (Zeitschrift für systemische Therapie, Heft 4, Oktober 2000) lassen Außenstehende erahnen, was für eine großartige und begabte Kindertherapeutin sie war. Die eigene Praxis und die Arbeit mit Kindern waren ihre Berufung und ihre Freude. Zahlreiche Reaktionen ihrer Klienten zeigen, wie beliebt sie war. Ihre Krampfanfälle, die sie einen großen Teil ihres Lebens begleiteten und die seit einiger Zeit sich zu chronifizieren drohten, ertrug sie mit sehr viel Mut und Tapferkeit. Sie war mir immer ein Bespiel an Lebensmut, man konnte mit ihr jederzeit„Pferde stehlen". Ihr Lachen und ihre Freundlichkeit, ihre konsequente und tiefsinnige Art werden ihren Verwandten, Freunden, Berufskollegen und mir sehr fehlen.

Bettina Ganahl

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