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Im Alter von 75 Jahren ist Rosmarie Welter-Enderlin am Sonntag,
dem 4.4.2010 nach längerer Krankheit gestorben. Sie trug seit
den 70er Jahren mit zahlreichen Publikationen und Kongressen, vor
allem aber auch als Lehrerin und Dozentin wesentlich zur Entwicklung
der systemischen Therapie im deutschsprachigen Raum bei. Ihre Bemühungen
um Perspektivenerweiterungen des systemischen Ansatzes durch die
Berücksichtigung von Genderfragen, affektiver Kommunikation,
der Einbindung von Lebensgeschichte(n) sowie der Resilienzforschung
sind außerordentlich erfolgreich gewesen. Darüber hinaus
vermittelte sie auch einem breiteren Publikum systemische Einsichten
und Konzepte. Mit Rosmarie Welter-Enderlin verliert die systemische
Bewegung eine große Persönlichkeit
(aus dem systemagazin, 6. April 2010)
Rosmarie Welter-Enderlin war Referentin bei allen größeren
ÖAS-Kongressen der letzten Jahre und hat damit die systemische
Szene auch in Österreich nachhaltig geprägt.
Hier ihr Beitrag von der ÖAS-Tagung
"Blinde Flecken" im September 2006 zum Thema: "Was
wir hätten aufnehmen und vertiefen können"
Ein Nachruf von Joachim Hinsch:
Liebe Rosmarie!
Wir haben dir sehr viel zu verdanken. Dem Institut für Ehe-
und Familientherapie gabst du den Anstoß, von der psychoanalytischen
Familientherapie zur systemischen Therapie zu wechseln. Das war
eigentlich nicht leicht, aber deine liebende klare Einstellung,
deine große Fähigkeit, uns in unserem eigenen Denken
abzuholen, das Denken zu erweitern und dann einen Paradigmenwechsel
zu erzeugen, das war wunderbar.
Einfühlsam akzeptiertest du unser Denken, gabst aber zu bedenken,.
.. Du machtest uns mit Guntern und dem Zürcher Institut
bekannt, durch deine Vermittlung entstand die erste Sexualtherapie
im Verein Familie und Beratung, dem damaligen Anbieter unserer Ausbildung.
Durch deine Kongresse in Zürich hast du Meilensteine der Entwicklung
gesetzt, an denen wir teilnehmen durften. Wir waren deine Gäste
in deiner Wohnung in Meilen. Ich erinnere noch meinen Stolz, als
du mir das Du-Wort angeboten hast.
Du hast durch deine engen Vernetzungen mit den Entwicklungen in
den U.S.A. die Internationalität der systemischen Therapie
auch nach Wien getragen. Du warst immer wieder bereit, deine Gedanken
zu uns nach Österreich zu tragen.
Liebe Rosmarie, dein Denken und die Vermittlung deines Denkens
hat in uns einen ganz großen Niederschlag gefunden, der sich
bei aller eigenständigen Entwicklung niemals auslöschen
lassen wird.
Dein Joachim
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