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NACHRUFE

 

Rosmarie Welter-Enderlin

1935 - 2010

 

Das Foto zeigt Rosmarie Welter-Enderlin beim ÖAS-Kongress 2006 in Wien

 

Im Alter von 75 Jahren ist Rosmarie Welter-Enderlin am Sonntag, dem 4.4.2010 nach längerer Krankheit gestorben. Sie trug seit den 70er Jahren mit zahlreichen Publikationen und Kongressen, vor allem aber auch als Lehrerin und Dozentin wesentlich zur Entwicklung der systemischen Therapie im deutschsprachigen Raum bei. Ihre Bemühungen um Perspektivenerweiterungen des systemischen Ansatzes durch die Berücksichtigung von Genderfragen, affektiver Kommunikation, der Einbindung von Lebensgeschichte(n) sowie der Resilienzforschung sind außerordentlich erfolgreich gewesen. Darüber hinaus vermittelte sie auch einem breiteren Publikum systemische Einsichten und Konzepte. Mit Rosmarie Welter-Enderlin verliert die systemische Bewegung eine große Persönlichkeit
(aus dem systemagazin, 6. April 2010)

Rosmarie Welter-Enderlin war Referentin bei allen größeren ÖAS-Kongressen der letzten Jahre und hat damit die systemische Szene auch in Österreich nachhaltig geprägt.
Hier ihr Beitrag von der ÖAS-Tagung "Blinde Flecken" im September 2006 zum Thema: "Was wir hätten aufnehmen und vertiefen können"

Ein Nachruf von Joachim Hinsch:

Liebe Rosmarie!

Wir haben dir sehr viel zu verdanken. Dem Institut für Ehe- und Familientherapie gabst du den Anstoß, von der psychoanalytischen Familientherapie zur systemischen Therapie zu wechseln. Das war eigentlich nicht leicht, aber deine liebende klare Einstellung, deine große Fähigkeit, uns in unserem eigenen Denken abzuholen, das Denken zu erweitern und dann einen Paradigmenwechsel zu erzeugen, das war wunderbar.

Einfühlsam akzeptiertest du unser Denken, gabst aber zu bedenken,. .. Du machtest uns mit Guntern und dem Zürcher Institut
bekannt, durch deine Vermittlung entstand die erste Sexualtherapie im Verein Familie und Beratung, dem damaligen Anbieter unserer Ausbildung. Durch deine Kongresse in Zürich hast du Meilensteine der Entwicklung gesetzt, an denen wir teilnehmen durften. Wir waren deine Gäste in deiner Wohnung in Meilen. Ich erinnere noch meinen Stolz, als du mir das Du-Wort angeboten hast.

Du hast durch deine engen Vernetzungen mit den Entwicklungen in den U.S.A. die Internationalität der systemischen Therapie auch nach Wien getragen. Du warst immer wieder bereit, deine Gedanken zu uns nach Österreich zu tragen.

Liebe Rosmarie, dein Denken und die Vermittlung deines Denkens hat in uns einen ganz großen Niederschlag gefunden, der sich bei aller eigenständigen Entwicklung niemals auslöschen lassen wird.

Dein Joachim



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