Seminarbeschreibungen

Modul A2 - Therapeutische Beziehung im Einzel- und Mehrpersonensetting mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen

Systemische Familientherapie schafft den Weg aus der therapeutischen Dyade hin zur therapeutischen Arbeit mit mehreren Personen gleichzeitig, und zwar solchen, die in einem emotional verbundenen Bezugssystem stehen. Besondere emotionale und kommunikative Beziehungsfertigkeiten sind notwendig, um im Mehrpersonensystem konstruktiv wirken zu können. Das soll in diesem Modul vermittelt werden, das vor allem jene von Euch ansprechen möchte, die noch wenig Erfahrung mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen in ihrem Bezugsnetz haben. Die verträgliche und lösungsbezogene therapeutische Beziehung zu den einzelnen Mitgliedern des Systems wird erörtert und mit Literatur belegt. Gleichzeitig werden situations- und themenspezifische Settings fallbezogen reflektiert.

Modul A5 - Rechtliche Rahmenbedingungen und ethische Aspekte und ihre Auswirkung auf das therapeutische Setting und die Interventionen in der systemisch-psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Das Modul soll einerseits Kenntnisse über die berufsethischen und rechtlichen Rahmenbedingungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vermitteln und anderseits praxisorientiert die Verzahnung von Recht, Psychotherapie und Ethik beleuchten und in kasuistischer Form die  Auswirkungen und Konsequenzen auf die Behandlung bei Kindern und Jugendlichen diskutieren.

Modul A8 - Methodische Schwerpunkte der systemischen Arbeit im Familiensystem mit Kinder und Jugendlichen - Lösungsorientierte Therapie

In meinem Seminar möchte ich durch die sich selbsterklärende PowerPointPräsentation zum Thema, einen Überblick über     Handlungsmöglichkeiten für die Problemauflösung im Bereich Kinder- und Jugendlichentherapie bringen. Ob im Einpersonen- oder Mehrpersonensetting, ihre Kompetenz soll erweitert werden.

Modul A4 - Systemische Entwicklungstheorie - Handlungsorientiert

Das Spannungsfeld zwischen psychischem System und sozialem System ist ein Kernkonzept der systembezogenen und familienorientierten Säuglings-, Kinder- und Jugendpsychotherapie (Luhmann 1997). Es erfordert eine Diskussion über den Mainstream in der Erziehung und über die diesbezüglich dominanten bzw. marginalisierten Diskurse in der globalisierten Gesellschaft. Speziell sollen Entwicklungsmöglichkeiten in konkreten sozialen Kontexten  (Familie, WG, Arbeit, Klinik, Schule etc.), diesbezügliche Interventionen (an wen, von wem, und wie, was ist möglich und wo muss man sich abgrenzen?) und die Möglichkeiten einer unauffälligen („gesunden“) Entwicklung im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter erarbeitet werden (Saval, 2014, Saval 2015).

Modul B3 - Praktische Entwicklungspsychologie: Bedürfnisse von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen verstehen

Therapeutische Interventionen werden bei Kindern dem Entwicklungsalter angepasst. Die kindlichen Bedürfnisse, Gefühle, Ängste und Wünsche zu verstehen, dazu dient dieses Modul. Es werden verschiedene Bedürfnistheorien vorgestellt und zur psychotherapeutischen Arbeit in Beziehung gesetzt. Praktische Anregungen aus der Praxis sollen das Verständnis für die kindlichen Bedürfnisse stärken und Orientierung für das praktische Arbeiten geben.

Modul B4 - Ein guter Start ins Leben! Unterstützung rund um Schwierigkeiten und Probleme in den ersten Lebensjahren

Grundlagen des Seminars sind entwicklungspsychologische Forschung zur frühen Kindheit.
Neben den so genannten Entwicklungsmeilensteinen sollen aber auch bindungstheoretische Inhalte und das Regulations- und Belastungsverhalten von Säuglingen näher gebracht werden.
Ziel ist es, junge oder psychisch kranke Eltern beim Aufbau einer positiven und entwicklungsfördernden Beziehung zu ihrem Kind zu unterstützen, damit die Entwicklungsherausforderungen, die mit der Geburt eines Kindes entstehen, besser bewältigbar sind.

Modul B5 - Trennung und Neubildung von Familien aus Sicht der Kinder und Jugendlichen

Der drohende oder tatsächliche Zerfall eines Familiensystems bedeutet für alle Beteiligte, insbesondere für die betroffenen Kinder eine enorme soziale und psychische Anpassungsleistung. Dieses Modul setzt sich zum Ziel unterschiedlichste Familienformen (Patchworkfamilien mit Stief- und Halbgeschwister; Regenbogenfamilien bzw. gleichgeschlechtliche Eltern; etc.) vorzustellen, gegenüberzustellen und deren charakteristischen Problemlagen (defizitärer Diskurs) aber auch deren Möglichkeiten und Ressourcen (Resilienz, soziale Kompetenz) zu erarbeiten.

Modul B6 - Trennung und Neubildung von Fortsetzungsfamilien aus Sicht der Eltern und neuen Partner

Trennung und Neubildung von Familien gehört heute zum Alltag urbaner Gesellschaften und wird damit auch zur therapeutischen Herausforderung. In diesem Modul wird einerseits die Trennung der Paarbeziehung und deren Wirkung auf Einzelne und auf der Elternebene besprochen. Gleichzeitig wird die Fortsetzungsfamilie als Alleinerzieher_innenhaushalt, Patchwork- oder Stiefsystem, bzw. das Hinzukommen neuer Partner_innen (mit und ohne eigene Kinder) reflektiert. Die Effekte der jeweils temporären Perspektive (jeder kann gerade durch eine dieser Phasen gehen) werden deutlich gemacht: Auf Partnerschaft, Elternschaft, auf Autonomie und Bezogenheit, auf die neue und die alte Liebe, in der Konstellation mit eigenen und fremden Kindern und Jugendlichen.

Modul B7 - Chronisch kranke Kinder und Jugendliche und ihre Familie im Kontext somatisch medizinischer Krankenbehandlung

Die chronische Erkrankung eines Familienmitgliedes dominiert – abhängig von Art, Schwergrad und Dauer- den Alltag von Familien. Umso schwieriger, wenn es ein Kind/einen Jugendlichen betrifft. Studien besagen, dass die psychische Komorbidität körperlich erkrankter Kinder und Jugendlicher bei ca. 25-30% liegt. Der Fokus des Seminars soll methodisch auf den krankheitsbewältigenden psychischen Familienfaktoren, der Wechselwirkung zwischen dem System Familie und System Krankheit und anderen Systemischen Krankheitskonzepten, dem  Salutogenesekonzept, dem Konzept der systemischen Familienmedizin liegen. Dabei werden bedeutende Faktoren wie  „Compliance“ und „Adherence“, die Vernetzung Psychotherapie und Medizin, d.h. der Blick auf die institutionelle Rahmung, die Vernetzung mit Professionellen uvm. eine wichtige Rolle spielen, um die Domäne therapeutischer Kompetenz zu festigen und  sich von unmöglichen Forderungen abzugrenzen.

Modul B8 - Therapie mit Säuglingen, Kindern, Jugendlichen und deren Eltern im Zwangskontext der Jugendhilfe

Die Beziehung Institution Jugendamt/Schule versus Familie/Eltern-Kinder-Jugendliche ist kontroversiell. Aufsuchende Familienarbeit (Therapie und Beratung) im Zwangskontext braucht ein „Konzept des konstruktiven Nutzens“ für alle. Es ist notwendig, die verschiedenen Problemdefinitionen zu betrachten und im Detriangulierungsprozess die Handlungsmöglichkeiten innerhalb eines Zwangskontexts zu erweitern.

Modul B9 - Kindern und Jugendliche, die auch psychiatrische Hilfe benötigen

Psychiatrische Störungsbilder bei Kindern und Jugendlichen mit Bezug zur systemischen Therapie. Kinder- und Jugendpsychiatrische Behandlungsmöglichkeiten im ambulanten und stationären Setting. Multiprofessionelle Zusammenarbeit.

Modul B10 - Kinder psychisch kranker Eltern

Elternschaft und Krankheit, Familienfunktionalität, hilfreiche Diskurse und therapeutische Zugänge in der Begleitung und Psychotherapie von Kindern psychisch kranker Eltern.

Modul B11 - Systemische Zugänge in der Therapie bei Anorexie und Bulimie bei Kindern und Jugendlichen

In diesem Seminar werden neben theoretischen Überlegungen praktische systemische Zugänge vorgestellt, die es ermöglichen, die Autonomiebestrebungen der Betroffenen ernst zu nehmen. Es werden Lösungs- und Entwicklungswege aufgezeigt, wie es Betroffenen unter Einbeziehung ihrer Bezugssysteme gelingen kann, wieder gesunde Lebensperspektiven zu schaffen.

Modul B12 - Verhaltensprobleme in der Schule - Schulverweigerung - ADHS

Kinder und Jugendliche, die „verhaltensoriginell“ oder „auffällig“ sind oder die nicht gerne in die Schule gehen, müssen in ihrem familiären Umfeld gesehen werden. Das Dreieck Schule, Eltern und Kind wird in seiner systemischen Reichweite dargestellt, der Altersgruppe entsprechende Interventionen werden dargestellt.

Modul B13 - Die therapeutische Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen in Pflege- und Adoptionsfamilien

Das Heranwachsen von Kindern und Jugendlichen bei nicht leiblichen Eltern birgt spezielle Herausforderungen. Die Sichtweisen der einzelnen Beteiligten zu erörtern braucht ein Verständnis für die komplexen systemischen Kontexte und ihre Auswirkungen auf die Beziehungsdynamik zwischen Kindern, Jugendlichen und ihren Bezugssystemen. Das Modul bringt einen Überblick über neue und konventionelle Familienkonstellationen und bietet eine Auseinandersetzung mit systemischen Perspektiven auf die Beziehungen zwischen Kindern, Jugendlichen und ihren nicht leiblichen Bezugssystemen.

Modul B14 - Transkulturelle Faktoren in der psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

In diesem Seminar werden Unterschiede zwischen Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund hinsichtlich konkreter psychischer Störungen erfasst. Wichtige Theorien über die Migration und migrationsbedingte Phänomene speziell bei Kindern und Jugendlichen werden vermittelt. Die Unterschiede zwischen den Kulturdimensionen (Kollektivismus vs. Individualismus) werden anhand von Beispielen erläutert.

Modul B16 - Das Internet als soziales System für Kinder/Jugendliche und deren Familien

In diesem Modul ist „das Internet“ in seiner ganzen Bandbreite und seinen Auswirkungen auf Kinder, Jugendliche und deren Eltern bzw. Familien, Thema. Ein wichtiger Bestandteil ist die eigene Auseinandersetzung mit dem Internet und seiner Bedeutung für das eigene Berufs-/Leben. Wie müssen Psychotherapeut_innen in der heutigen Zeit mit diesem komplexen Thema umgehen können - um die Klient_innen „dort abzuholen, wo sie sind“, wie wirkt sich Informationssuche im Internet auf das Arbeiten in der Praxis aus?

Modul B17 - Diagnostik und Psychotherapie von Säuglingen und Kleinkindern

In dieser Lehrveranstaltung gibt es zwei Schwerpunkte: Diagnostik und Psychotherapie. Sie wählen selbst, was Sie bearbeiten. Die Evaluierung erfolgt nur über einen Bereich.
Themenbereich Diagnostik im Säuglings- und Kleinkindalter:
In diesem Seminar erhalten Sie Wissen über Möglichkeiten der multiaxialen Diagnostik im Säuglings- und Kleinkindalter. Der Schwerpunkt wird dabei auf das Diagnosemanual „Zero-to-Three“ gelegt. Zum besseren und vertiefenden Verständnis wird empfohlen bei den jeweiligen Störungsbildern die „Leitlinie psychische Störungen im Säuglings-, Kleinkind und Vorschulalter“ im Selbststudium zu erarbeiten.
Themenbereich Psychotherapie im Säuglings- und Kleinkindalter:
In diesem Seminar erhalten Sie Wissen über ausgewählte Therapiekonzepte zu häufigen Problemlagen im Säuglings- und Kleinkindalter: Regulationsstörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen sowie  Interaktionsprobleme zwischen Säugling und Bindungsperson.

Modul B18 - Therapie der Angststörungen von Kindern und Jugendlichen

Angststörungen gehören im Kindes- und Jugendalter zu den häufigsten psychischen Störungen. Fast jedes zehnte Kind leidet daran, und es gilt als erwiesen, dass sich Angststörungen nicht „von alleine auswachsen“.
Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung eines systemtherapeutischen Krankheitsverständnisses und der systemischen Psychotherapie der Angststörungen im Kindes- und Jugendalter. Nutzen und Gefahren einer Störungsorientierung werden ebenso diskutiert wie die Vor- und Nachteile diagnostischer Klassifikationen. Vor allem aber wird ein breites Spektrum systemischer Methoden ausgebreitet, die sich für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und ihren Angehörigen anbieten. Sie versprechen eine hohe und anhaltende Wirksamkeit und ermöglichen zudem einen humorvoll-heiteren Umgang auch mit ernsten Problemen.

Modul B19 - Das Spiel und die narrative Therapie in der Arbeit mit Kindern

Das Spiel stellt ein wichtiges, fast unerlässliches Mittel in der Psychotherapie mit
Kindern dar. Es schließt ihre Kommunikationsmöglichkeiten mit ein, lässt die
Therapie Spaß machen und ideenreich sein und gibt dem Kind die Möglichkeit, sich
auf seine Art und Weise auszudrücken.
In diesem Raum werden Beispiele aufgezeigt, wie das Spiel verstärkt in die
psychotherapeutische Arbeit miteingebunden werden kann, wie der Spielraum
ausgebaut werden kann und wie das Spiel im Raum, unter Einsatz des ganzen
Körpers und mit zusätzlichen Materialien, noch erweitert werden kann.
Es soll hier erörtert werden, wie das das Zusammenspiel von Spiel und narrativer
Therapie mit Kindern in der Praxis funktionieren kann.

Modul B20 - Begegnungen auf Augenhöhe. Methoden und Techniken in der Arbeit mit Kindern.

In dieser Lehrveranstaltung werden Methoden und Techniken vorgestellt, die in der Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen Begegnungen auf Augenhöhe leichter machen und unsere Kompetenzen als Therapeut_innen erweitern. Dafür werden Möglichkeiten hypnosystemischer Teilearbeit angeboten, Spiele, malerische und gestalterische Ausdrucksformen und Geschichten aus der Praxis. Gewünscht ist eine praktische Auseinandersetzung mit persönlich ausgewählten Techniken im Umgang mit Kindern und Jugendlichen. Diese bilden die Basis für das Evaluierungsgespräch.

Modul B21 - Sexualität und sexualisierte Gewalt

Das Modul bringt eine Sensibilisierung in der systemtheoretischen und praxisorientierten therapeutischen Arbeit zur Sexualität von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen und der sexualisierten Gewalt an Kindern, Jugendlichen und ihren Bezugspersonen.
Ziele sind die Auseinandersetzung mit folgenden Themen und Fragen:
Was ist in welchem Alter normal? Die sexuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.
Wie komme ich als Therapeutin mit einer Gewaltgeschichte in Berührung und was macht das mit mir?
Leitfaden für die Einschätzung und Intervention bei akuter Kindeswohlgefährdung.
Was brauchen Kinder, die von sexueller Gewalt betroffen sind? Was ist bei Elterngesprächen zu beachten?