Weiterbildungscurriculum für Säuglings-, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie

Zielsetzung

Das Curriculum soll Teilnehmer_innen berechtigen, die Bezeichnung „Weiterbildung in Säuglings-, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie entsprechend der Weiterbildungsbestimmungen des BMG“ zu führen sowie in die Liste der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie eingetragen zu werden.

Es soll die Teilnehmer_innen dazu befähigen, bei klinisch relevanten Störungen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter
•    ein für die psychotherapeutische Vorgangsweise angemessenes Fallverständnis zu entwickeln,
•    die eigene Behandlungskompetenz und Grenzen der Zuständigkeit für diese Altersgruppen einschätzen zu können
•    und vernetzt mit anderen Professionist_innen zusammenzuarbeiten
•    oder bei Notwendigkeit auf entsprechende Ressourcen im Sinne einer positiven Weiterentwicklung des Symptomträgers zu verweisen
•    unter der Berücksichtigung der Verschwiegenheit, rechtlichen Zuständigkeiten, Kinderrechten und Kinderschutzbestimmungen.

Zielgruppe

  • in die Liste des BMG eingetragene Psychotherapeut_innen
  • Psychotherapeut_innen in Ausbildung unter Supervision
  • andere Berufsgruppen (Klin. Psycholog_innen, Pädagog_innen,...)
    (als Weiterbildung anrechenbar - kein Eintrag in die SKJ-Liste möglich!)

Zugang - Voraussetzungen

  • Es wird davon ausgegangen, dass den Teilnehmer_innen die kinder- und jugendpsychiatrischen Störungsbilder angemessen bekannt sind.

  • Teilnehmer_innen der Weiterbildung müssen die gelernten Inhalte in der kinder- und jugendlichenpsychotherapeutischen (privaten) Praxis oder zielgruppengerechten Arbeitsstelle erproben und vertiefen können. Diese Rahmenbedingungen sind für die Aufnahme in das Curriculum erforderlich.

Warum online?

Die ÖAS versucht den Umstand zu berücksichtigen, dass mögliche Interessent_innen dieser Weiterbildung österreichweit verteilt sind und wir ein orts- und zeitungebundenes Lernen ermöglichen wollen. D.h. keine langen Anreisezeiten zu Seminarorten nach Wien, Graz, Salzburg oder Innsbruck. Keine zusätzlichen Kosten durch Anreise, Übernachtung und keine zeitliche Fremdbestimmung durch fix vorgegebene Seminartermine, die den persönlichen bzw. privaten Lebensalltag beschneiden. Jede/r Interessent_in kann zeitlich individuell mit der Weiterbildung starten, ohne auf den Beginn einer geschlossenen Weiterbildungsgruppe zu warten.
E-learning ist in vielen anderen Bildungseinrichtungen bzw. Universitäten bereits längst gelebter Lernalltag, der durch die konstruktivistische Lehrweise nicht nur ein aktives, reflektierendes und dem persönlichen Wissensstand anschlussfähiges Lernen ermöglichen, sondern zusätzlich der systemischen Idee und Epistemologie entspricht.

Struktur der online-Weiterbildung

Das Weiterbildungscurriculum ist in 2 Modulblöcke unterteilt: Module in A und Module in B.
Modulblock A ist der Grundlagenbereich, der vorrangig für Psychotherapeut_innen anderer, d.h. nichtsystemischer fachspezifischer Ausbildungen gedacht ist und die entsprechenden systemischen Grundkompetenzen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vermitteln soll.

Im Modulblock B werden Spezialbereiche der SKJ-Zielgruppe behandelt. Je nach beruflichen Gegebenheiten, vorausgehendem Wissen und Spezialisierungswünschen der Studierenden können Module/Seminare individuell gebucht werden. D.h. Kolleg_innen mit systemischer Vorbildung benötigen nur Seminare aus Modul B.

Modulblock A und B werden den Studierenden online über die Online-Schulungsplattform Cisco Webex Teams angeboten. Das hat den Vorteil, dass die Studierenden jederzeit mit der Weiterbildung starten, sich zeit- und ortsungebunden weiterbilden und ihr Lerntempo und Lernpensum an die eigenen Lebensumstände anpassen können. Der Lerneffekt/-erfolg wird online durch direkte Kommunikation in Videokonferenz mit den Lehrenden evaluiert und an die Koordinator_innen des Curriculums zurückgemeldet.

Supervision

Laut Weiterbildungsrichtlinien des BMG sind mind. 50h begleitende Supervision erforderlich. Im Weiterbildungscurriculum der ÖAS kann die Supervision in Gruppen von maximal 6 Personen in Präsenzform absolviert werden. Das Angebot und die Organisation der Supervisionsgruppen wird ebenfalls über die Online-Schulungsplattform Cisco Webex Teams geregelt. Hier wird ein eigener Raum für Supervisionsangebote bzw. -suche eingerichtet.

Anmeldung

1. Bitte senden Sie an die ÖAS:

  • das ausgefüllte ÖAS-SKJ-Anmeldeformular (Stammdatenerhebung sowie Angabe der von Ihnen ausgewählten Modulteile)

2. Sie erhalten eine entsprechende Rechnung - wir ersuchen um zeitnahe Begleichung, da die Anmeldung erst nach Eingang auf dem ÖAS-Konto gültig ist bzw. Ihre Unterlagen erst dann weitergeleitet werden.  

3. Sie werden über die Online-Plattform Cisco Webex Teams in die von Ihnen ausgewählten „Modul-Räume“ eingeladen. Dort entnehmen Sie bitte die entsprechenden Seminarunterlagen und Evaluationsaufgaben der Lehrenden.

Anmeldeformular hier als DOWNLOAD!

Kosten

Die Kosten gestalten sich individuell. Sie können jedoch mit folgenden Kosten rechnen:

  1. Verwaltungsgebühren:    250 € (einmalig)
    Sollten Sie länger als 2 Jahre für die Weiterbildung brauchen, wird Ihnen ab dem 3. Jahr jährlich eine Bearbeitungsgebühr von 100 € verrechnet.

  2. Theorie-Module A & B:   130 €  pro 10h-Modul für ÖAS Mitglieder
                                            150 € pro 10h-Modul für Nicht-Mitglieder

  3. Supervision:                    15 € pro benötigter Supervisionseinheit bei Gruppe a`6 Personen (bei weniger Teilnehmer_innen erhöhen sich die Kosten – Supervisor_in erhält 90€ pro Einheit)

Da sich das Curriculum als Modulsystem versteht, werden Teilnehmer_innen nur jene Seminare und Supervisionen besuchen, die ihnen fehlen und sie wählen, um die Kriterien der Zertifizierung zu erfüllen.

Seminare

A Modul-/Seminarname AE Lehrende
A2 Therapeutische Beziehung im Einzel- und Mehrpersonensetting mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen 10h Ahlers
A4 Systemische Entwicklungstheorie - handlungsorientiert 10h Saval
A5 Rechtliche Rahmenbedingungen und ethische Aspekte und ihre Auswirkung auf das therapeutische Setting und die Interventionen in der systemisch-psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen 10h Höher
A8 Methodische Schwerpunkte der psychotherapeutischjen Arbeit im Familiensystem mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen - Lösungsorientierte Therapie
10h Koch
B
Modul-/Seminarname
AE
Lehrende
B3 Praktische Entwicklungspsychologie: Bedürfnisse von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen verstehen 10h Psenner
B4 Ein guter Start ins Leben! Unterstützung rund um Schwierigkeiten und Probleme in den ersten Lebensjahren 10h Wellek
B5 Trennung und Neubildung von Familien aus Sicht der Kinder und Jugendlichen 10h Ernst
B6 Trennung und Neubildung von Fortsetzungsfamilien aus Sicht der Eltern und neuen Partner 10h Ahlers
B7 Chronisch kranke Kinder u. Jugendliche und ihre Familie im Kontext somatisch medizinischer Krankenbehandlung
10h Jalowetz
B8 Therapie mit Säuglingen, Kindern, Jugendlichen und deren Eltern im Zwangskontext der Jugendhilfe
10h Steiner
B9 Kinder und Jugendliche, die auch psychiatrische Hilfe benötigen
10h Möstl
B10 Kinder psychisch kranker Eltern
10h Eder
B11 Systemische Zugänge in der Therapie bei Anorexie und Bulimie bei Kindern und Jugendlichen
10h Wiener-Schneider
B12 Verhaltensprobleme in der Schule - Schulverweigerung - ADHS 10h Sartori
B13 Die therapeutische Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen in Pflege- und Adoptivfamilien
10h Feichtinger
B14 Transkulturelle Faktoren in der psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
10h Özlü-Erkilic

B16

Das Internet als soziales System für Kinder, Jugendliche und deren Familien

10h

Rosenauer

B17 Diagnostik und Psychotherapie von Säuglingen und Kleinkindern 10h Koschier
B18 Therapie der Angststörungen von Kindern und Jugendlichen 10h Rotthaus
B19 Das Spiel und die narrative Therapie in der Arbeit mit Kindern 10h Ullmann
B20 Begegnungen auf Augenhöhe. Methoden und Techniken in der Arbeit mit Kindern. 10h Psenner
B21 Sexualität und sexualisierte Gewalt 10h Feichtinger

Ablauf des Curriculums

Nach Unterzeichnung des Vertrags sowie Einzahlung der von der ÖAS errechneten Weiterbildungskosten werden Sie über die Online-Plattform Cisco Webex Teams in die von Ihnen ausgewählten „Modul-Räume“ eingeladen. Dort entnehmen Sie dann bitte die entsprechenden Seminarunterlagen, Lernleitfaden und Evaluationsaufgaben der Lehrenden.

Es ist ratsam, sich immer nur einem oder höchstens 2 Modul-Räumen zeitgleich zu widmen. Wenn Sie die im Modul-Raum gestellten Aufgaben erfüllt bzw. erledigt haben, können Sie sich in Cisco Webex Teams über einen 1:1 Raum mit dem/der Lehrenden in Verbindung setzen und einen persönlichen Termin für eine Videokonferenz zwecks Feedback und Evaluierung vereinbaren.
Es könnte vorkommen, dass die Lehrenden die Inhalte des jeweiligen Moduls in größeren zeitlichen Abständen aktualisieren. Bitte überprüfen Sie, wenn Sie die Lehrinhalte auf ihren PC downloaden, jedoch erst Wochen/Monate später ausarbeiten wollen, ob Sie wirklich die Letztversion der Unterlagen besitzen.

SKJ-Zitat-Wikipedia

In einigen Modulen werden Sie gebeten, als Teil der Evaluation einen Beitrag für eine Wikipedia zu verfassen. Dieser Beitrag besteht entweder aus einem eigenem Fallbeispiel oder aus einem (Fachliteratur-)Zitat. Sie wählen einen eigenen Fall oder ein Zitat, das Ihnen im Bezug auf das Modulthema wichtig erscheint bzw. in Ihrer Arbeit mit diesem Thema von Relevanz ist. Andererseits sollen Sie Ihre fachlichen Gründe für dieses Zitat kurz und prägnant erläutern bzw. über die Lösung/Schwierigkeiten ihres Falles berichten. Die so zustande gekommenen Texte werden dann auf der ÖAS-Homepage öffentlich zugänglich, um eine SKJ-Wikipedia entstehen zu lassen, welche der gemeinsamen Wissensvernetzung dienlich sein wird.

Eine Wikipedia hat zum Ziel, Erfahrung und Wissen gemeinschaftlich zu sammeln, in verständlicher Form zu dokumentieren und zur Diskussion anzuregen.

Evaluation

Neben dem SKJ-Wikipedia-Eintrag erfolgt die Evaluierung eines Moduls per Videokonferenz direkt über die Plattform Cisco Webex Teams und dauert in der Regel bis zu 45 Minuten. Achten Sie bitte darauf, dass Sie in diesem Zeitraum eine ausreichend schnelle Internetverbindung haben. Nach der Videokonferenz erhalten Sie von dem/der Lehrenden eine Bestätigung über den erfolgreichen Abschluss des jeweiligen Moduls. Bitte sammeln Sie die Bestätigungen auf Ihrem Computer und senden Sie diese nach Abschluss aller Ihrer Modulteile zwecks Abschlusszertifikat gesammelt über Cisco Webex Teams an Doris Psenner.

Abschlusszertifikat

Nach Absolvierung und Nachweis folgender Inhalte kann ein Weiterbildungszertifikat seitens der ÖAS ausgestellt werden und die Eintragung in die Liste für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie erfolgen:

  • 150 Stunden Theorie
  • 50 Stunden Supervision
  • 200 Stunden psychotherapeutische Tätigkeit mit Kindern und Jugendlichen

Rücktritt von der Weiterbildung

Nach Freischaltung durch die ÖAS in die Modul-Räume auf Cisco Webex Teams ist ein Rücktritt vom Weiterbildungscurriculum nicht mehr möglich.

CISCO WEBEX TEAMS

... ist ein dialogisches Kommunikationsnetzwerk, einfach in der Anwendung (ähnlich WhatsApp oder Facebook) und in unterschiedlichen virtuellen Räumen organisiert.
So ist jedes Modul ein eigener Raum, in dem die jeweiligen Unterlagen gespeichert sind und zu dem die Teilnehmer_innen Zugang erhalten.
In den Räumen können die Teilnehmer_innen die Unterlagen herunterladen und in weiterer Folge selbstständig bearbeiten. Weiters kann mit den Referent_innen und anderen Teilnehmer_innen per virtuellem Klassenzimmer schriftlich und/oder Video kommuniziert werden. 
Sie können die Cisco Webex Teams-App auf allen Ihren elektronischen Endgeräten (d.h. auf Ihrem Computer, Laptop, Tablet und Handy) herunterladen und mit der gleichen E-mail-Adresse und Kennwort benützen. Somit haben Sie überall Zugriff auf Ihre Modul-Räume.

Referent_innen

Inhalte der Seminare

Modul A2 - Therapeutische Beziehung im Einzel- und Mehrpersonensetting mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen
Systemische Familientherapie schafft den Weg aus der therapeutischen Dyade hin zur therapeutischen Arbeit mit mehreren Personen gleichzeitig, und zwar solchen, die in einem emotional verbundenen Bezugssystem stehen. Besondere emotionale und kommunikative Beziehungsfertigkeiten sind notwendig, um im Mehrpersonensystem konstruktiv wirken zu können. Das soll in diesem Modul vermittelt werden, das vor allem jene von Euch ansprechen möchte, die noch wenig Erfahrung mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen in ihrem Bezugsnetz haben. Die verträgliche und lösungsbezogene therapeutische Beziehung zu den einzelnen Mitgliedern des Systems wird erörtert und mit Literatur belegt. Gleichzeitig werden situations- und themenspezifische Settings fallbezogen reflektiert.

Modul A4 - Systemische Entwicklungstheorie - Handlungsorientiert
Das Spannungsfeld zwischen psychischem System und sozialem System ist ein Kernkonzept der systembezogenen und familienorientierten Säuglings-, Kinder- und Jugendpsychotherapie (Luhmann 1997). Es erfordert eine Diskussion über den Mainstream in der Erziehung und über die diesbezüglich dominanten bzw. marginalisierten Diskurse in der globalisierten Gesellschaft. Speziell sollen Entwicklungsmöglichkeiten in konkreten sozialen Kontexten  (Familie, WG, Arbeit, Klinik, Schule etc.), diesbezügliche Interventionen (an wen, von wem, und wie, was ist möglich und wo muss man sich abgrenzen?) und die Möglichkeiten einer unauffälligen („gesunden“) Entwicklung im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter erarbeitet werden (Saval, 2014, Saval 2015).

Modul A5 - Rechtliche Rahmenbedingungen und ethische Aspekte und ihre Auswirkung auf das therapeutische Setting und die Interventionen in der systemisch-psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
Das Modul soll einerseits Kenntnisse über die berufsethischen und rechtlichen Rahmenbedingungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vermitteln und anderseits praxisorientiert die Verzahnung von Recht, Psychotherapie und Ethik beleuchten und in kasuistischer Form die  Auswirkungen und Konsequenzen auf die Behandlung bei Kindern und Jugendlichen diskutieren.

Modul A8 - Methodische Schwerpunkte der systemischen Arbeit im Familiensystem mit Kinder und Jugendlichen - Lösungsorientierte Therapie
In meinem Seminar möchte ich durch die sich selbsterklärende PowerPointPräsentation zum Thema, einen Überblick über     Handlungsmöglichkeiten für die Problemauflösung im Bereich Kinder- und Jugendlichentherapie bringen. Ob im Einpersonen- oder Mehrpersonensetting, ihre Kompetenz soll erweitert werden.
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Modul B3 - Praktische Entwicklungspsychologie: Bedürfnisse von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen verstehen
Therapeutische Interventionen werden bei Kindern dem Entwicklungsalter angepasst. Die kindlichen Bedürfnisse, Gefühle, Ängste und Wünsche zu verstehen, dazu dient dieses Modul. Es werden verschiedenen Bedürfnistheorien vorgestellt und zur psychotherapeutischen Arbeit in Beziehung gesetzt. Praktische Anregungen aus der Praxis sollen das Verständnis für die kindlichen Bedürfnisse stärken und Orientierung für das praktische Arbeiten geben.

Modul B4 - Ein guter Start ins Leben! Unterstützung rund um Schwierigkeiten und Probleme in den ersten Lebensjahren
Grundlagen des Seminars sind entwicklungspsychologische Forschung zur frühen Kindheit.
Neben den so genannten Entwicklungsmeilensteinen sollen aber auch bindungstheoretische Inhalte und das Regulations- und Belastungsverhalten von Säuglingen näher gebracht werden.
Ziel ist es, junge oder psychisch kranke Eltern beim Aufbau einer positiven und entwicklungsfördernden Beziehung zu ihrem Kind zu unterstützen, damit die Entwicklungsherausforderungen, die mit der Geburt eines Kindes entstehen, besser bewältigbar sind.

Modul B5 - Trennung und Neubildung von Familien aus Sicht der Kinder und Jugendlichen
Der drohende oder tatsächliche Zerfall eines Familiensystems bedeutet für alle Beteiligte, insbesondere für die betroffenen Kinder eine enorme soziale und psychische Anpassungsleistung. Dieses Modul setzt sich zum Ziel unterschiedlichste Familienformen (Patchworkfamilien mit Stief- und Halbgeschwister; Regenbogenfamilien bzw. gleichgeschlechtliche Eltern; etc.) vorzustellen, gegenüberzustellen und deren charakteristischen Problemlagen (defizitärer Diskurs) aber auch deren Möglichkeiten und Ressourcen (Resilienz, soziale Kompetenz) zu erarbeiten.

Modul B6 - Trennung und Neubildung von Fortsetzungsfamilien aus Sicht der Eltern und neuen Partner
Trennung und Neubildung von Familien gehört heute zum Alltag urbaner Gesellschaften und wird damit auch zur therapeutischen Herausforderung. In diesem Modul wird einerseits die Trennung der Paarbeziehung und deren Wirkung auf Einzelne und auf der Elternebene besprochen. Gleichzeitig wird die Fortsetzungsfamilie als Alleinerzieher_innenhaushalt, Patchwork- oder Stiefsystem, bzw. das Hinzukommen neuer Partner_innen (mit und ohne eigene Kinder) reflektiert. Die Effekte der jeweils temporären Perspektive (jeder kann gerade durch eine dieser Phasen gehen) werden deutlich gemacht: Auf Partnerschaft, Elternschaft, auf Autonomie und Bezogenheit, auf die neue und die alte Liebe, in der Konstellation mit eigenen und fremden Kindern und Jugendlichen.

Modul B7 - Chronisch kranke Kinder und Jugendliche und ihre Familie im Kontext somatisch medizinischer Krankenbehandlung
Die chronische Erkrankung eines Familienmitgliedes dominiert – abhängig von Art, Schwergrad und Dauer- den Alltag von Familien. Umso schwieriger, wenn es ein Kind/einen Jugendlichen betrifft. Studien besagen, dass die psychische Komorbidität körperlich erkrankter Kinder und Jugendlicher bei ca. 25-30% liegt. Der Fokus des Seminars soll methodisch auf den krankheitsbewältigenden psychischen Familienfaktoren, der Wechselwirkung zwischen dem System Familie und System Krankheit und anderen Systemischen Krankheitskonzepten, dem  Salutogenesekonzept, dem Konzept der systemischen Familienmedizin liegen. Dabei werden bedeutende Faktoren wie  „Compliance“ und „Adherence“, die Vernetzung Psychotherapie und Medizin, d.h. der Blick auf die institutionelle Rahmung, die Vernetzung mit Professionellen uvm. eine wichtige Rolle spielen, um die Domäne therapeutischer Kompetenz zu festigen und  sich von unmöglichen Forderungen abzugrenzen.

Modul B8 - Therapie mit Säuglingen, Kindern, Jugendlichen und deren Eltern im Zwangskontext der Jugendhilfe
Die Beziehung Institution Jugendamt/Schule versus Familie/Eltern-Kinder-Jugendliche ist kontroversiell. Aufsuchende Familienarbeit (Therapie und Beratung) im Zwangskontext braucht ein „Konzept des konstruktiven Nutzens“ für alle. Es ist notwendig, die verschiedenen Problemdefinitionen zu betrachten und im Detriangulierungsprozess die Handlungsmöglichkeiten innerhalb eines Zwangskontexts zu erweitern.

Modul B9 - Kindern und Jugendliche, die auch psychiatrische Hilfe benötigen
Psychiatrische Störungsbilder bei Kindern und Jugendlichen und deren Behandlung im und außerhalb des stationären Kontextes. Umgang mit aggressiven Verhaltensweisen und Sozialphobien, Ängsten. Zusammenarbeit mit Eltern und Professionellen.

Modul B10 - Kinder psychisch kranker Eltern
Elternschaft und Krankheit, Familienfunktionalität, hilfreiche Diskurse und therapeutische Zugänge in der Begleitung und Psychotherapie von Kindern psychisch kranker Eltern.

Modul B11 - Systemische Zugänge in der Therapie bei Anorexie und Bulimie bei Kindern und Jugendlichen
In diesem Seminar werden neben theoretischen Überlegungen praktische systemische Zugänge vorgestellt, die es ermöglichen, die Autonomiebestrebungen der Betroffenen ernst zu nehmen. Es werden Lösungs- und Entwicklungswege aufgezeigt, wie es Betroffenen unter Einbeziehung ihrer Bezugssysteme gelingen kann, wieder gesunde Lebensperspektiven zu schaffen.

Modul B11 - Systemische Zugänge in der Therapie bei Anorexie und Bulimie bei Kindern und Jugendlichen
In diesem Seminar werden neben theoretischen Überlegungen praktische systemische Zugänge vorgestellt, die es ermöglichen, die Autonomiebestrebungen der Betroffenen ernst zu nehmen. Es werden Lösungs- und Entwicklungswege aufgezeigt, wie es Betroffenen unter Einbeziehung ihrer Bezugssysteme gelingen kann, wieder gesunde Lebensperspektiven zu schaffen.

Modul B12 - Verhaltensprobleme in der Schule - Schulverweigerung - ADHS
Kinder und Jugendliche, die „verhaltensoriginell“ oder „auffällig“ sind oder die nicht gerne in die Schule gehen, müssen in ihrem familiären Umfeld gesehen werden. Das Dreieck Schule, Eltern und Kind wird in seiner systemischen Reichweite dargestellt, der Altersgruppe entsprechende Interventionen werden dargestellt.

Modul B13 - Die therapeutische Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen in Pflege- und Adoptionsfamilien
Das Heranwachsen von Kindern und Jugendlichen bei nicht leiblichen Eltern birgt spezielle Herausforderungen. Die Sichtweisen der einzelnen Beteiligten zu erörtern braucht ein Verständnis für die komplexen systemischen Kontexte und ihre Auswirkungen auf die Beziehungsdynamik zwischen Kindern, Jugendlichen und ihren Bezugssystemen. Das Modul bringt einen Überblick über neue und konventionelle Familienkonstellationen und bietet eine Auseinandersetzung mit systemischen Perspektiven auf die Beziehungen zwischen Kindern, Jugendlichen und ihren nicht leiblichen Bezugssystemen.

Modul B14 - Transkulturelle Faktoren in der psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
In diesem Seminar werden Unterschiede zwischen Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund hinsichtlich konkreter psychischer Störungen erfasst. Wichtige Theorien über die Migration und migrationsbedingte Phänomene speziell bei Kindern und Jugendlichen werden vermittelt. Die Unterschiede zwischen den Kulturdimensionen (Kollektivismus vs. Individualismus) werden anhand von Beispielen erläutert.

Modul B16 - Das Internet als soziales System für Kinder/Jugendliche und deren Familien
In diesem Modul ist „das Internet“ in seiner ganzen Bandbreite und seinen Auswirkungen auf Kinder, Jugendliche und deren Eltern bzw. Familien, Thema. Ein wichtiger Bestandteil ist die eigene Auseinandersetzung mit dem Internet und seiner Bedeutung für das eigene Berufs-/Leben. Wie müssen Psychotherapeut_innen in der heutigen Zeit mit diesem komplexen Thema umgehen können - um die Klient_innen „dort abzuholen, wo sie sind“, wie wirkt sich Informationssuche im Internet auf das Arbeiten in der Praxis aus?

Modul B17 - Diagnostik und Psychotherapie von Säuglingen und Kleinkindern
In dieser Lehrveranstaltung gibt es zwei Schwerpunkte: Diagnostik und Psychotherapie. Sie wählen selbst, was Sie bearbeiten. Die Evaluierung erfolgt nur über einen Bereich.
Themenbereich Diagnostik im Säuglings- und Kleinkindalter:
In diesem Seminar erhalten Sie Wissen über Möglichkeiten der multiaxialen Diagnostik im Säuglings- und Kleinkindalter. Der Schwerpunkt wird dabei auf das Diagnosemanual „Zero-to-Three“ gelegt. Zum besseren und vertiefenden Verständnis wird empfohlen bei den jeweiligen Störungsbildern die „Leitlinie psychische Störungen im Säuglings-, Kleinkind und Vorschulalter“ im Selbststudium zu erarbeiten.
Themenbereich Psychotherapie im Säuglings- und Kleinkindalter:
In diesem Seminar erhalten Sie Wissen über ausgewählte Therapiekonzepte zu häufigen Problemlagen im Säuglings- und Kleinkindalter: Regulationsstörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen sowie  Interaktionsprobleme zwischen Säugling und Bindungsperson.

Modul B18 - Therapie der Angststörungen von Kindern und Jugendlichen
Angststörungen gehören im Kindes- und Jugendalter zu den häufigsten psychischen Störungen. Fast jedes zehnte Kind leidet daran, und es gilt als erwiesen, dass sich Angststörungen nicht „von alleine auswachsen“.
Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung eines systemtherapeutischen Krankheitsverständnisses und der systemischen Psychotherapie der Angststörungen im Kindes- und Jugendalter. Nutzen und Gefahren einer Störungsorientierung werden ebenso diskutiert wie die Vor- und Nachteile diagnostischer Klassifikationen. Vor allem aber wird ein breites Spektrum systemischer Methoden ausgebreitet, die sich für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und ihren Angehörigen anbieten. Sie versprechen eine hohe und anhaltende Wirksamkeit und ermöglichen zudem einen humorvoll-heiteren Umgang auch mit ernsten Problemen.

Modul B19 - Das Spiel und die narrative Therapie in der Arbeit mit Kindern
Das Spiel stellt ein wichtiges, fast unerlässliches Mittel in der Psychotherapie mit Kindern dar. Es schließt ihre Kommunikationsmöglichkeiten mit ein, lässt die
Therapie Spaß machen und ideenreich sein und gibt dem Kind die Möglichkeit, sich auf seine Art und Weise auszudrücken. In diesem Raum werden Beispiele aufgezeigt, wie das Spiel verstärkt in die psychotherapeutische Arbeit miteingebunden werden kann, wie der Spielraum ausgebaut werden kann und wie das Spiel im Raum, unter Einsatz des ganzen Körpers und mit zusätzlichen Materialien, noch erweitert werden kann. Es soll hier erörtert werden, wie das das Zusammenspiel von Spiel und narrativer Therapie mit Kindern in der Praxis funktionieren kann.

Modul B20 - Begegnungen auf Augenhöhe. Methoden und Techniken in der Arbeit mit Kindern
In dieser Lehrveranstaltung werden Methoden und Techniken vorgestellt, die in der Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen Begegnungen auf Augenhöhe leichter machen und unsere Kompetenzen als Therapeut_innen erweitern. Dafür werden Möglichkeiten hypnosystemischer Teilearbeit angeboten, Spiele, malerische und gestalterische Ausdrucksformen und Geschichten aus der Praxis. Gewünscht ist eine praktische Auseinandersetzung mit persönlich ausgewählten Techniken im Umgang mit Kindern und Jugendlichen. Diese bilden die Basis für das Evaluierungsgespräch.

Modul B21 - Sexualität und sexualisierte Gewalt
Das Modul bringt eine Sensibilisierung in der systemtheoretischen und praxisorientierten therapeutischen Arbeit zur Sexualität von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen und der sexualisierten Gewalt an Kindern, Jugendlichen und ihren Bezugspersonen.
Ziele sind die Auseinandersetzung mit folgenden Themen und Fragen:
Was ist in welchem Alter normal? Die sexuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Wie komme ich als Therapeutin mit einer Gewaltgeschichte in Berührung und was macht das mit mir? Leitfaden für die Einschätzung und Intervention bei akuter Kindeswohlgefährdung. Was brauchen Kinder, die von sexueller Gewalt betroffen sind? Was ist bei Elterngesprächen zu beachten.

Organisation des Weiterbildungscurriculums

Organisation und fachliche Leitung: Doris Psenner, Corina Ahlers, Andreas Höher, Gerda Mehta

Informationen und Kontakt

Für Fragen steht Ihnen das ÖAS-Office unter Telefon (01) 212 41 35 bzw. per e-mail unter office(at)oeas.at zur Verfügung.

Fachliche Fragen können Sie auch direkt an die Organisatorin Frau Mag. Doris Psenner (doris_psenner(at)yahoo.de) oder über die Schulungsplattform Cisco Webex Teams (bitte mit Frau Doris Psenner einen 1:1 Raum öffnen) richten.