Systemisches Arbeiten mit Familien mit Kleinkindern

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Die Systemische Therapie bietet für ein breites Spektrum von unterschiedlichsten sozialen Konstellationen einen Rahmen für  Veränderungsarbeit. Eine dieser sozialen Konstellationen, die in der einschlägigen systemischen Fachliteratur jedoch nur am Rande Erwähnung findet, ist die Familie mit Kleinkindern.Im Buch von Carter und Goldrick über den familiären Lebenszyklus wird zwar auf die Veränderungsprozesse  hingewiesen, die mit dem Eintritt eines Kindes in eine Paarsituation einhergehen. Explizite therapeutische Herangehensweisen in der Arbeit mit Familien mit Kleinkindern werden jedoch kaum thematisiert.

Es scheint, als ob die Systemische Therapie durch ihren starken Fokus auf sprachliche Komponenten, Kleinkinder nicht als gleichwertige Kommunikationspartner im therapeutischen Geschehen betrachtet, auch wenn in analogen Darstellungsformen, wie z.B. dem Familienbrett, Kleinkinder durchaus einen Platz eingeräumt bekommen können. Aber die Kommunikation wird immer aus dem Blickpunkt von Personen betrachtet, die über ein entsprechendes verbales  Artikulationsniveau verfügen.Gerade durch die in jüngster Zeit zu beobachtenden  sozialen Verwerfungen im Zuge der ökonomischen Krise mit dem Druck eines möglichst raschen Wiedereinstiegs  von in Karenz befindlichen Elternteilen in das Berufsleben, ist die Familie mit Kleinkindern (zu einem erhöhten Prozentsatz vor allem Allein-erzieher_innen) oft einem enormen Stresspotential ausgesetzt, das sich dann in Ehe- und Familienberatungsstellen und aber auch in der kassenfinanzierten psychotherapeutischen Praxis vermehrt wiederfindet.

In diesem Seminar soll der Fokus auf die Persönlichkeit und die damit verbundenen Ausdrucksformen und –bedürfnisse von Kleinkindern im Beisein von Erwachsenen und damit im Kontext des familialen Systems gelegt werden. Im Besonderen soll auch den körperlichen Ausdrucksformen von Kindern im Zusammenhang mit Motorik und Bewegung Beachtung zukommen. Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen sollen dann therapeutische Vorgangsweisen erarbeitet werden, die es den Teilnehmer_innen ermöglichen, die Kinder als wesentlichen und gleichberechtigten Teil des Klient_innensystems zu betrachten und davon ausgehend entsprechende Handlungsstrategien im Umgang mit Eltern und deren Kleinkindern zu entwickeln.

Ferdinand Wolf
Klinischer und Gesundheitspsychologe, Systemischer Psychotherapeut, Lehrtherapeut der ÖAS
unter Mitarbeit von Daniela Jaksch, Physiotherapeutin, Sonder- und Heilpädagogin

Ort ÖAS Wien
Datum 07.-08.06.2019 , 15 Einheiten (à 45 min) Fr 17.00 – 21.00 Uhr, Sa 9.00 – 18.30 Uhr
Kosten

€ 200,- für ÖAS-Student_innen
€ 215,- für ÖAS-Mitglieder
€ 230,- für Nicht-Mitglieder der ÖAS