Leben mit Extremen – Systemische Therapie mit Grenzgänger_innen

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Ihre Beziehungen sind häufig konfliktreich, ihr Verhalten ist selbstschädigend. Ihre Stimmungen schwanken, sie sind impulsiv, wütend, tieftraurig, angespannt, leer. Mit Ambivalenzen tun sie sich oft schwer, sich selbst verachten sie. Die Angst vor Verlusten und vor dem Verlassenwerden plagt sie, treibt sie vor sich her, ebenso wie ihr Bedürfnis nach Nähe und dann wieder nach Distanz. Sie erleben die Welt als schwarz oder weiß, die anderen sind gut oder böse. Der Leidensdruck bei Menschen mit Borderline-Syndrom ist enorm hoch, oft leiden sie zusätzlich noch an anderen psychischen Störungen. Sie gelten als schwierige Klientel, ihre typischen Interaktionsstile machen die Arbeit mit ihnen zu einer ganz besonderen Herausforderung. Die hohe Dropoutrate von 50 Prozent bei Therapien spricht eine deutliche Sprache.

Sehen wir nur die Defizite von „Grenzgänger_innen“, fällt die Arbeit mit ihnen tatsächlich schwer. Schaffen wir es hingegen, in ihren Symptomen auch angemessene und kreative Reaktionen auf Lebensbedingungen zu sehen (Andrea Ebbecke-Nohlen 2001), kann eine therapeutische Kooperation eher gelingen. Interpretieren wir ihre Verhaltensweisen als kompetente Lösungen, um mit Ambivalenzen zurechtzukommen, bereiten wir vielleicht den Boden für die Entwicklung gesünderer Alternativen.

Methoden: Inputs, Fallgeschichten, Einzel- und Kleingruppenübungen

Carmen Unterholzer
Systemische Familientherapeutin, IST – Institut für Systemische Therapie Wien, Lehrtherapeutin der ÖAS, Literatur- und Erziehungswissenschafterin

Ort ÖAS Wien
Datum 20.-21.03.2020 , 15 Einheiten (à 45 min) Fr 17.00 – 21.00 Uhr, Sa 9.00 – 18.30 Uhr
Kosten

€ 200,- für ÖAS-Student_innen
€ 215,- für ÖAS-Mitglieder
€ 230,- für Nicht-Mitglieder der ÖAS