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Das Ziel systemischer Familientherapie ist es, mit den KlientInnen,
bzw. PatientInnen gemeinsam Lösungen für ihre Probleme zu finden
und zu gestalten und sie dabei zu begleiten. Dadurch dass die Perspektiven
aller am Problem beteiligten Personen beachtet werden, bilden sich andere
Sichtweisen, die Veränderung eher möglich machen. Es wird
im Laufe der Therapie weniger über das Problematische und mehr über
das Konstruktive und Mögliche bzw. Machbare diskutiert. So entstehen
neue Geschichten und Erlebnisse unter den Betroffenen, die neue Sichtweisen
und Lebensweisen nahe bringen.
Systemische Familientherapie versteht sich heute als eine therapeutische
Arbeit mit verschiedenen Settings: Einzelne, Paare, Familien, getrennte
Familien, Helfersysteme (Lehrer, Ärzte, Sozialarbeiter, usw). Ein ganz
wichtiger Teil der systemischen Arbeit ist die optimale Vernetzung der
am Problem beteiligten Personen.
ZIELE der AUSBILDUNG
Die LehrtherapeutInnen sind bemüht, mit ihren Erfahrungen und ihrem
Wissen ein Lernklima zu fördern, in dem das persönliche Erleben
respektvoll reflektiert und individuelle Lernbedürfnisse der Auszubildenden
berücksichtigt werden. Bei der Vermittlung der therapeutischen Praktiken
werden eine Vielzahl von didaktischen Methoden eingesetzt, um die Lerninhalte
auf unterschiedlichen Ebenen erfahrbar zu machen und die Herausbildung
individueller therapeutischer Stile zu fördern. Im Zentrum der Ausbildung
steht die Vermittlung einer therapeutischen Haltung, die vor allem gekennzeichnet
ist durch
- Transparenz der Motive und Absichten der TherapeutIn
- Bereitschaft zu Kooperation mit KlientInnen und Helfersystemen
- Empathie für alle am Problem Beteiligten
- Fokussierung auf die Lebenskenntnisse, Ressourcen und
Kompetenzen der KlientInnen
- Konstruktive (Auf) Lösungs- und Handlungsorientierung
In der Vermittlung der Theorieinhalte wird einerseits mit unterschiedlichen
didaktischen Methoden experimentiert, andererseits wird selbständiges
Lernen und Vertiefung im Literaturstudium erwartet.
Die Ausbildung soll zur therapeutischen Arbeit mit Einzelpersonen, Paaren,
Familien und anderen Systemen in vielfältigen Settings befähigen.
STRUKTUR
1. Ausbildungsabschnitt
Die ersten beiden Ausbildungsjahre sind prinzipiell für eine geschlossene
Gruppe mit 12-14 TeilnehmerInnen konzipiert. Diese - im Vergleich zu anderen
Ausbildungsangeboten - relativ geringe Gruppengröße hat sich
sich darin bewährt, persönliches Eingehen auf individuelle Lernprozesse
gewährleisten zu können. Gelegentlich finden Blockseminare
gemeinsam mit einer anderen Ausbildungsgruppe statt.
A) Ausbildungselemente in der Gruppe
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Abendseminare: wöchentlich bis 14-tägig
Theorie, Methoden und Technik; Supervisionselemente
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Peergruppen: Selbständiges Erarbeiten von Literatur,
Einüben von Techniken, Diskussion,
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Blockseminare: 9bis 10 Blöcke/Jahr - Theorie und Methoden
bzw. Gruppenselbsterfahrung an Wochenenden
-
Evaluation: 2 Blöcke (40 Stunden)
B) Individuelle Ausbildungselemente
-
Einzel-Selbsterfahrung (Lehrtherapie): insgesamt 80 Stunden
-
Praktika:
150 Stunden klinisches Praktikum
250 Stunden allgemeines psychotherapeutisch-psychosoziales Praktikum
150 Stunden systemisches Praktikum
Status "PsychotherapeutIn in Ausbildung unter Supervision
Zur Erlangung des Status ist nachzuweisen:
- Teilnahme an den angebotenen Block- und Abendseminaren des ersten
Ausbildungsabschnitts
- Absolvierung eines Großteils der erforderlichen Praktika
- Nachweis von etwa der Hälfte der Einzelselbsterfahrungstunden
(ca. 40h)
- Erfüllung der Evaluationskriterien
2. Ausbildungsabschnitt
Ab dem 3. Ausbildungsjahr und dem Erlangung des "Status"
kann die Ausbildung individueller gestalten und das für die persönliche
Lebenssituation passende Tempo gewählt werden. Es gibt nun keine
geschlossene Ausbildungsgruppe mehr, stattdessen kontinuierliche Arbeit
in Kleingruppen ("Praxisseminare”) und individuell aus dem ÖAS-Workshopangebot
wählbare Wochenendseminare (Modulsystem). Die Ausbildung kann frühestens
in 4 Jahren abgeschlossen werden, oder aber auch länger dauern.
A) Ausbildungselemente in der Gruppe
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Praxisseminare:
Diese Gruppen werden jährlich neu zusammengestellt und bestehen
aus 5 bis 8 AusbildungsteilnehmerInnen sowie einer LehrtherapeutIn.
Inhalte: Supervision der eigenständigen psychotherapeutischen
Tätigkeit, Hilfe bei und Rückmeldung zu Therapieprotokollen,
Vertiefung des Theorie- und Methodenverständnisses und der eigenständigen
therapeutischen Kompetenz, Literaturdiskussion, 2 Live-Supervisionen
(ev. anhand von Videos), Planung der Abschlussarbeit
-
Theorieseminare: mindestens 100 Stunden
i ndividuell zu belegen; offene Gruppen mit TeilnehmerInnen aus anderen
Curricula und bereits eingetragenen PsychotherapeutInnen
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Gruppenselbsterfahrung: mindestens 60 Stunden
i Individuell zu belegen; ebenfalls offene Gruppen
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Evaluation
findet im Gespräch mit dem Praxisseminarleiter statt, der bis
zur Zertifizierung der gesamten fachspezifischen Ausbildung für
die Studierenden zuständig ist.
B) Individuelle Ausbildungselemente:
- Einzel-Selbsterfahrung (Lehrtherapie):insgesamt 80 Stunden
- 600 selbständig unter Supervision durchgeführte Psychotherapiestunden
und deren Protokollierung
- Supervision: 40 Stunden: Supervision der 600 Stunden eigenständiger
psychotherapeutischer Tätigkeit mit Protokoll, einzeln oder in
Kleingruppen (max. zu dritt) bei einer LehrtherapeutIn der ÖAS.
- Einzel-Selbsterfahrung (Lehrtherapie):
weiterlaufend wie im 1. Abschnitt, insgesamt sind zur Erlangung des
Abschlusses 80 Stunden nachzuweisen.
Abschluss der Ausbildung
Die Verleihung des ÖAS-Zertifikats berechtigt zur Einreichung um
Anerkennung als PsychotherapeutIn beim zuständigen Bundesministerium.
Für den Abschluss sind erforderlich:
- Nachweis aller angeführten Ausbildungsschritte
- Zwei Live-Supervisionen oder Besprechung von zwei Therapiegesprächen
auf Video
- zwei Falldokumentationen
- eine theoretische Arbeit
- Sichtung aller absolvierten Ausbildungsschritte durch die dafür
zuständige Ausbildungsleitung bzw. Praxisseminarleitung
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